Radio PMR Archiv: Die Nachrichten fĂĽr den 09. August 2006
- 15 Jahre Frauenbewegung in der PMR
- GrĂĽndung der Patriotischen Partei Pridnestrowiens
- Neue Wochenzeitung „Swedenija
- Moldova und die Nato
- Zweiter Platz fĂĽr Rybnizer Radioklub
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Der Presse-Dienst des pridnestrowischen Staatschefs teilte mit, am 1. September 2006 würden die Feierlichkeiten in der Republik wegen des 15. Jahrestages der Frauenbewegung der PMR stattfinden. Die Organisationsfragen der Massnahme wurden in der Sitzung des Vize-Präsidenten der PMR Sergej Leontjew mit der Vorsitzenden des pridnestrowischen Frauenstreikkomitees Galina Andrejewa sowie der Vorsitzenden des Republikvereins der Frauen Pridnestrowiens Tatjana Dolischnjaja erörtert. Galina Andrejewa machte bekannt, es würde das Meeting auf der Eisenbahn organisiert, dessen Datum wir später ankünden, alle Massnahmen würden eine Widerspiegelung in den Massenmedien bekommen, es würde der Film über die Frauenbewegung im Fernsehen gezeigt. Die würdigen Frauen würden die Auszeichnungen und Medaillen mit dem Namen 15 Jahre Frauenbewegung erhalten. Galina Andrejewa meint auch, dass das Fest in einem engen Zusammenhang mit dem bevorstehenden Referendum verzahnt würde. Man will, dass alle Einwohner Pridnestrowiens sowohl zum Frauenfest als auch zum Referendum zusammenkommen würden. Während des Treffens hat Tatjana Dolischnjaja betont, derzeit bestünde die Frauenbewegung aus elf öffentlichen Organisationen, die alle pridnestrowischen Städte von Kamenka bis Dnjestrowsk vertreten. All diese Zeit, alle 15 Jahre lang nehmen die Frauenorganisationen aller Städte Pridnestrowiens am Leben der Republik sehr aktiv teil. Dazu gehören die Wahlen der Räte aller Machtsebenen, verschiedene Stadt- und Republiksmassnahmen. Deswegen sei nach der Meinung von Dolischnjaja das Fest das veranstaltet würde, ein Fest für die Seele, für alle Frauen Pridnestrowiens, auch wenn sie zu keiner der Organisationen gehören, fasste Tatjana Dolischnjaja zusammen.
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Die Stiftungsversammlung der Patriotischen Partei Pridnestrowiens fand am 4. August in Tiraspol statt. Die Gründer der neuen politischen Partei wurden eine Reihe der öffentlichen Organisationen der Republik von einer patriotischen Ausrichtung. Es waren der Verein der Bewahrer Pridnestrowiens , der Verein der Veteranen von Afghanistan sowie der Verein der Frauen Pridnestrowiens. An der Arbeit der Stiftungsversammlung nahmen die Vertreter der Staatsadministrationen der Städte und Bezirke Pridnestrowiens, die Leiter der öffentlichen Organisationen der Republik teil. Oleg Smirnow, einer der Leiter der Partei, hielt seine Rede vor den Delegierten der Versammlung, er sagte, die Prioritäten der Patriotischen Partei seien folgende: die gleichen Möglichkeiten der Teilnahme an allen Sphären des öffentlichen, wirtschaftlichen und politischen Lebens für alle Bürger Pridnestrowiens , die Unterstützung und die Entwicklung der starken Präsidentenmacht, die als die Garantie für die Stabilität und den Frieden in der Republik betrachtet wird, die umfangreiche Förderung der Machtsorgane im Streben nach der internationalen Anerkennung der PMR, die Orientierung nach Russland. Oleg Smirnow erklärte, die Zukunft Pridnestrowiens sei der Staat der freien Menschen im Verein der souveränen Staaten, die durch Russland vereint seien. Das ist der Verein der Staaten, derer Brudervölker mit der gemeinsamen Geschichte, Kultur, den Traditionen, geistlichen und moralischen Werten sowie dem einheitlichen Wirtschaftsraum verbunden seien. Nach den Worten von Oleg Smirnow bestünde die Einmaligkeit der neuen politischen Partei darin, dass eine der Richtlinien der Partei der Schutz und die Unterstützung der Parteimitglieder und ihrer Familien ist. Die Parteidisziplin, gegenseitiges Verständnis und Hilfsbereitschaft seien die Grundprinzipien der Koexistenz in der Partei. Der Höchstwert für die Partei sei der Mensch – sagte Oleg Smirnow in seiner Programmrede. An der Arbeit der Versammlung nahmen 283 Delegierte aus allen Städten und Bezirken der Republik teil. Die Leiter der regionalen Initiativgruppen haben in der Versammlung angemerkt, eine der Aufgaben der Partei sei die Konsolidierung und Vereinigung aller gesunden patriotischen Kräfte um den Staatschef, um die volle Unabhängigkeit der Republik sowie die Positionen zu verfechten, die in der Verfassung der PMR und dem Konzept der Aussenpolitik des Staates geankert sind. Die Orientierung nach Russland, die Unveränderlichkeit des Formats der friedensstiftenden Operation in Pridnestrowiens, die Förderung der Volksabstimmung am 17. September wegen der Beziehungen zu Russland und Moldau – so ist die Position der Versammlungsdelegierten. Russland ist die einzige Garantie für den Frieden und die Stabilität in Pridnestrowien, wir akzeptieren keine Veränderung des Formats der friedensstiftenden Operation – sagte der Leiter der Initiativgruppe in Rybniza Wladimir Krawtschenko. Der vorsitzende der Initiativgruppe der Stadt Bendery Wladimir Kasatschenko kündigte an, Pridnestrowien ist der Vorposten Russlands in der europäischen Richtung. Auf dem Referendum des 17. Septembers müssen wir noch einmal zeigen, dass unser Volk seine Wahl getroffen hat. Wir müssen beweisen, dass diese Wahl unveränderlich ist, wir sind zusammen mit Russland. Alle waren sich darüber einig, dass die Partei auf dem bevorstehenden Referendum aktiv sein muss und die Relevanz des Referendums zeigen soll. Die neue Partei muss beweisen, dass der von ihr gewählte Kurs richtig ist. Im Ablauf der Versammlung wurde das Programm der Patriotischen Partei Pridnestrowiens verabschiedet, ihr Regelbuch erarbeitet und die territorialen Abteilungen der Partei organisiert. Die Tiraspoler Initiativgruppe hat die Kandidatur von Oleg Smirnow zum Posten des Vorsitzenden der Partei angeboten. Der Versammlungsvorsitzende Sergej Smirntschinskij erklärte, jede Initiativgruppe der Stadt oder des Republikbezirkes könnte ihre Kandidaturen für den Posten des Vorsitzenden vorschlagen. Letztendlich blieb aber ein Kandidat. An der Geheimabstimmung nahmen 279 Delegierte teil. 278 Delegierte votierten für Oleg Smirnow, ein Mensch war gegen diese Kandidaten. Es wurden auch der Oberste Rat aus 33 Mitgliedern und die Vollzugskontrollkommission aus neun Mitgliedern formiert. Die Delegierten gaben ihre Stimmen für jeden Kandidaten. Auf der Geheimabstimmung bestand Oleg Smirnow, weil er dieses Verfahren für das Demokratischste gehalten hat. Dem Obersten Rat sind vier Vertreter von allen Bezirken und der Städten der Republik und aus Tiraspol fünf Vertreter beigetreten. Auf der Versammlung wurde beschlossen, einen Mitgliedsausweis für den pridnestrowischen Präsidenten Igor Smirnow zu reservieren, damit er laut der Gesetze der Republik sein Recht später benützen könnte. Als der Vorsitzende der Partei Oleg Smirnow die Fragen der Versammlungsdelegierten beantwortete, merkte er an, die Parteimitgliedschaft sei ziemlich hart, ein Bürger könne der Patriotischen Partei nur nach der Empfehlung zweier Parteimitglieder beitreten, die für ihn verantworten. Die Mitgliedsgebühren der Partei werden ziemlich hoch sein. Die Partei sollte sich selbst organisieren, finanzieren und zum lebenden Organismus werden. Sie sollte von keinem abhängen. Hier hätten sich die Menschen versammelt, die keine Geschenke benötigten – sagte Oleg Smirnow. Die Partei plant noch nicht, ihre eigene Zeitung zu haben. Der Vorsitzende der Partei merkte an, wenn die Gesellschaft die Erscheinung der neuen Zeitung brauchen würde, würde es gemacht. Nach den Worten von Oleg Smirnow könnte die Partei die Informationsressourcen der Radiostation Tiraspol-FM, die der Niederlassung der Gasprombank gehört. Die Versammlung hat den Beschluss erarbeitet, wo sie die Grundrichtungen und die Prioritäten der Partei eingeschrieben hat: der Schutz der Parteimitglieder und ihrer Familien, die Verteidigung der Unabhängigkeit der PMR und die Förderung der internationalen Anerkennung der Republik, die Festigung der politischen, wirtschaftlichen und humanitären Kontakte mit Russland. Im Beschluss wird auch auf den Bedarf der Konsolidierung aller patriotischen Parteien Pridnestrowiens hingewiesen. In der Folgezeit wird die Liste der Republikorganisationen zusammengestellt, mit denen die patriotische Partei beabsichtigt, zusammenzuarbeiten. Im Beschluss wurde auch der Passus über die bevorstehende Volkabstimmung des 17. Septembers eingetragen.
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In Pridnestrowien ist die neue Zeitung erschienen. Die Präsentation der wöchentlichen öffentlich-politischen Zeitung „Swedenija“ („Informationen“) hat am 3. August im Internationalen Presse-Zentrum in Tiraspol stattgefunden. Die Gründer der neuen Zeitung war die republikanische öffentlich-politische Vereinigung „Republik“. Derzeit wird die Zeitung Swedenija registriert, aber die erste Nummer mit der Auflage von 999 Exemplaren ist schon veröffentlicht. Nach den Worten des stellvertretenden Vorsitzenden der Vereinigung Republik Jurij Suchow bestünde das Ziel der neuen Zeitung darin, der Öffentlichkeit die Informationen über die grundsätzliche Arbeit dieser Organisation zu erzählen. Zum Unterschied von der Zeitung „Für die Republik“, die vor allem für die Mitglieder der republikanischen Organisation erschiene, sei die Zeitung „Swedenija“ für alle Leser bestimmt – sagte Jurij Suchow. Er fügte hinzu, die Zeitung würde über die Politik, den Sport und das mondäne Leben erzählen. Der Presse-Sekretär der Vereinigung Republik Nikolai Smolenskij präzisierte, die Aufgabe der Zeitung Swedenija sei, die Ideen der Organisation Republik den Massen zu erklären, damit die Menschen wüssten, was wir sind. Zugleich werde die Zeitung die Tätigkeit der Organisation im Zusammenhang mit dem Leben ausser- und innerhalb Pridnestrowiens beleuchten. Nikolai Smolenskij unterstrich die Stellungnahme der Vereinigung „Republik“, alle, die sich mit der Politik befassen, sollen gleiche Bedingungen haben, mindestens die Möglichkeit haben, ihre Ansichten in den Massenmedien zu äussern. Nach seinen Worten sei das auch zu einem Ziel der Zeitungsetablierung geworden. Demnächst wird die neue Zeitung in den Zeitungsladen der pridnestrowischen Städte erscheinen. Die Organisation Republik hat vor, ihre Anwesenheit im Informationsfeld Pridnestrowiens zu entwickeln. Jurij Suchow sagte, sie könnte auch ihre Fernseh- und Radioprogramme machen.
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Die Sachverständigen meinen, in benachbartem Moldau passiere die Überbewaffnung nach den Nato-Standards, während es über die Demilitarisierung Moldaus gesprochen werde. Die moldauische Regierung hat das Republikparlament aufgerufen, die Vereinbarung über die Durchführung der Manöver in Moldau zu ratifizieren, an denen die Nato-Soldaten teilnehmen werden. Wie es im moldauischen Verteidigungsministeriums am 29. Juli berichtet wurde, sei dieser Beschluss in der Sitzung der Republikregierung verabschiedet worden. Die umfangreichen Manöver der Nordatlantischen Allianz werden vom 11. bis 29. verlaufen. Der Stellvertreter des Leiters des Generalstabs, der Ko-Direktor der Manöver von der Republik Moldau Ion Sawtschück kündigte an, das Ziel der Manöver sei die Feldschulung und das Trainieren der Offiziere des Generalstabs und der Truppen, um die Zusammenarbeit zwischen den multinationalen Kontingenten in den friedensstiftenden Operationen zu fördern. Ausserdem wird die materielle Basis des Manöverplatzes in der Stadt Bulboaka verbessert, wo eigentlich die meisten Manöver stattfinden werden. Der moldauische Politologe, der Koordinator der Initiativgruppe „Anti-Nato“ Eugenij Scholar denkt, unter dem Schirm der Gespräche über die Demilitarisierung der Republik Moldau sei die Überbewaffnung der moldauischen Armee nach den Nato-Standards vorhanden. Am 25. Juli wurden die drei Raketen des Salvengewehrs „Hurrikan“ in Anwesenheit von verschiedenen Militärbeobachtern auf dem Manöverplatz in Bulboaka vernichtet. Die offiziellen Personen der Republik Moldau begannen dann über die so genannte Entwaffnung der Republik Moldau zu reden und haben auch Pridnestrowien aufgerufen, sich zu entwaffnen. Das war aber ein reines Märchen, das für den Aussenverbrauch bestimmt wurde. Das war eine PR-Aktion, um jene Prozesse zu kaschieren, die in der moldauischen Armee unter der Leitung der nordatlantischen Instrukteure passieren. Es war wohl nicht geheim gehalten, dass der am 22. Mai 2006 verabschiedete Plan der individuellen Partnerhandlungen Moldawien-Nato keine Entwaffnung vorgesehen hat, sondern eine Überbewaffnung und Modernisierung der Nationalarmee der Republik Moldau laut den Standards der Nordatlantischen Allianz. Derzeit wird auf dem Manöverplatz in Bulboaka ein Militärstädtchen aufgebaut, das den euro-atlantischen Standards entspricht. ein anderes Militärstädtchen, das den Nato-Standards entspricht, wurde schon im Luftfahrttruppenteil im Siedlungspunkt Lunga-Merkulescht bezugsfertig. Am 18. Mai hat das moldauische Parlament verabschiedet, dass das Militär bzw. die Militärtechnik der Nordatlantischen Allianz von der Registration und der Visumspflicht in Moldau befreit hat. Allerdings arbeiten so die Nato-Ausbilder schon längst in Moldau. Es muss angemerkt werden, dass die Prozesse der so genannten Modernisierung und Überbewaffnung vor einiger Zeit in der georgischen Armee unter der sorgsamen Leitung der westlichen Instrukteure kontrolliert wurden. All das wurde auch mit dem Gerede über die friedlichen Absichten begleitet. Jetzt ist die Lage in Georgien bis zum äussersten gespannt., das Land ist am Rande des neuen Bürgerkrieges. Die Pläne der georgischen Führung sind schon nicht mehr unzweideutig und benötigen keinen Schirm. Moldau zieht sich jetzt das Schafsfell an, wobei es versucht, seine wölfischen Absichten zu verbergen – sagte der Fachmann.
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Die Radioliebhaber aus der pridnestrowischen Stadt Rybniza belegten den 2. Platz im europäischen Wettbewerb für den Radiosport. An dem Radiowettbewerb hat das Team des Radioklubs des moldauischen Metallurgiewerkes teilgenommen. Der internationale Radiowettbewerb für die Kurzwellen unter dem Namen Feldstag beurteilten die Radioliebhaber aus Deutschland und Russland. Wie der Leiter des Radioclubs des Metallurgiewerkes Walerij Nesterez mitgeteilt hat, arbeiteten die Radioteams im Radioäther 24 Stunden lang im Feld. Die Teilnehmer installierten selbstständig die Antennen, schalteten die Radiostationen ein, die von autonomen Stromquellen funktionierten. Das Ziel des Wettbewerbs war, mit anderen Teams den Radiokontakt für mehrere Stunden zu organisieren – präzisierte der Leiter des Radioclubs des moldauischen Metallurgiewerkes. Nach seinen Worten, habe das Team aus Rybniza in einem malerischen Land neben dem Dorf Strojenzy an der Grenze zweier pridnestrowischer Bezirke gearbeitet. Walerij Nesterez präzisierte, das Team des Werkes habe 1000 mal einen Kontakt mit allen Erdkontinenten gehabt. Wie der Radioliebhaber präzisiert hat, hätten die Pridnestrowier den ersten Platz in Europa im Jahre 2005 belegt, in diesem Jahr aber wäre das Wetter schlimmer: es regnete und die Radiowellen gingen langsamer. Nesterez sagte aber, das Team sei mit dem Resultat jedoch zufrieden. Der Radioclub des moldauischen Metallurgiewerkes ist 20 Jahre alt, 10 Jahre lang nehmen die Vertreter Rybnizas an den internationalen Radiowettbewerben aktiv teil, die in Europa und der Welt durchgeführt werden. Der Radioclub des moldauischen Metallurgiewerkes ist der stärkste sowohl in Pridnestrowien als auch in Moldau. Im vorigen Jahr hat Walerij Nesterez den ersten Platz im Radiowettbewerb für Digitalverbindung belegt, der in der Ukraine organisiert wurde. In dem selben vorigen Jahr hat ein Ausflug des Radioclubs des Werkes nach ukrainischen Kalantschkskije Inseln unter der Führung des erfahrenen Radioliebhabers Anatolij Iimirskij stattgefunden, bei dem die Rybniza-Vertreter den zweiten Platz in der Welt unter den Inselradiostationen belegt haben.
Diese Inhalte sind aus dem Archiv von Radio PMR und entsprechen nicht der Meinung des Kollektiv Fischka.
 Marcell Nimführ und Kramar von Kollektiv Fischka
Radio PMR Archiv: Die Nachrichten fĂĽr den 02. August 2006
- Die politische Situation in der Ukraine
- 15 Jahre Radio PMR
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Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat den Beschluss des ukrainischen Parlaments ĂĽber die Absetzung der Regierung als “unverständlich, unlogisch und falsch” bezeichnet. “Ich denke nicht, dass dies 80 Tage vor den Parlamentswahlen ein der Ukraine wĂĽrdiger Beschluss ist”, erklärte der ukrainische Staatschef nach seinem Treffen mit dem kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew in Astana. Dieser Parlamentsbeschluss ziehe eine Destabilisierung der Situation nach sich. Das vor vier Jahren gewählte Parlament sei recht spezifisch und bleibe die letzten Wochen im Amt, fuhr Juschtschenko fort. “Nicht immer waren seine BeschlĂĽsse konstruktiv genug.” “Ich bedauere nur, dass diese PrĂĽfungen auf die Tage fallen, wenn es möglich wäre, eine gute Dynamik und gegenseitiges Einvernehmen in der Innenpolitik sowie Stabilität, insbesondere angesichts der bevorstehenden Parlamentswahlen, an den Tag zu legen”, so der ukrainische Präsident. Die ukrainischen Wähler hätten es verdient, dass die Parlamentswahlen in einer Atmosphäre der politischen Stabilität stattfinden. “Mir scheint, dass der Wähler heute bereits zwischen den Zeilen lesen und verstehen kann, wer ist wer in der Ukraine und mit welchen Idealen und Werten dieser oder jener Politiker in die Politik kommt. Ich sehe darin keine Tragödie. Dies ist eine PrĂĽfung, die die ukrainische Politik auf eine neue qualitative Ebene heben wird”, so der ukrainische Staatschef. Insgesamt sei aber die Situation in der Ukraine nach seiner Ansicht normal. Am Dienstag hatte das ukrainische Parlament die Absetzung der Regierung Juri Jechanurows beschlossen. Er wurde beauftragt, die Pflichten des Premiers bis zur Bildung eines neuen Kabinetts auszufĂĽhren. FĂĽr den Beschluss, der als Folge der Parlamentsdebatte ĂĽber die Gasabkommen zwischen der Ukraine und Russland angenommen wurde, stimmten 250 der 450 Abgeordneten. Russlands Ministerpräsident Michail Fradkow hat Viktor Janukowitsch zur Ernennung zum Regierungschef der Ukraine gratuliert. Das teilte die Pressestelle des ukrainischen Kabinetts am Samstag RIA Novosti in Kiew mit. “Ich bin davon ĂĽberzeugt, dass eine enge Kooperation zwischen Russland und der Ukraine, zwischen den Regierungen beider Länder die russisch-ukrainische Partnerschaft fördern und weiter festigen wird”, schrieb Fradkow. Der russische Regierungschef wĂĽnschte seinem ukrainischen Amtskollegen “groĂźe Erfolge im Interesse der Festigung der Zusammenarbeit zwischen Russland und der Ukraine wie auch zur Verbesserung der Lebensqualität in den beiden Ländern”, hieĂź es. Der am Freitag zum Regierungschef ernannte Viktor Janukowitsch wird Beziehungen zu Russland Priorität einräumen. “Wir werden das Verhältnis zu Russland vorrangig betrachten und sie gemäß unseren nationalen Interessen gestalten”, sagte der neue ukrainische Ministerpräsident vor der Presse in Kiew. “Die Antworten auf einige einzelne Fragen, darunter in Bezug auf Erdgas, werden wir kĂĽnftig bei Verhandlungen erhalten”, sagte Janukowitsch. Die am Freitag von der Werchowna Rada (Parlament) in Kiew bestätigte neue Regierung hat alle Chancen, zu einer Mannschaft von Ministerpräsident Viktor Janukowitsch zu werden. Diese Ansicht vertrat der Direktor des Kiewer Zentrums fĂĽr politische Studien und Konfliktologie, Michail Pogrebinski, am Samstag in einem RIA-Novosti-Gespräch. “Die Besetzung des Kabinetts sorgte aber deshalb als eine Ăśberraschung , dass es Janukowitsch unter diesen komplizierten Bedingungen gelang, ein Maximum zu leisten und ein arbeitsfähiges Kabinett zu bilden.” Es gebe keinen Grund fĂĽr die Annahme, dass die Regierung zerfällt. Laut Verfassung wird das Kabinett aufgelöst, wenn der Ministerpräsident zurĂĽcktritt oder wenn die Parlamentskoalition ihre Existenz aufgibt. Da der neue Regierungschef von der Anti-Krisen-Koalition nominiert wurde, zu der Vertreter der Partei der Regionen, der Sozialistischen und der Kommunistischen Partei gehören, braucht man sich um Janukowitschs Mannschaft nicht zu befĂĽrchten… Die Regierung wirkt stabil und scheint eine Perspektive zu haben, einige Jahre wirksam zu sein.” NatĂĽrlich habe Präsident Viktor Juschtschenko gewisse Positionen im neuen Kabinett beibehalten, in dem er einige Vertreter seines Blocks Unsere Ukraine durchgesetzt habe. “Aber das sind Positionen Juschtschenkos, nicht aber seiner politischen Kraft, die den Einstieg in die Parlamentskoalition noch nicht beschlossen hat”, fuhr Pogrebinski fort. “Das neue Kabinett ist ein allen Seiten passender konstruktiver Kompromiss zwischen der Partei der Regionen wie auch Präsident Juschtschenko und seiner nächsten Umgebung… Eine Ausnahme bleibt nur AuĂźenminister Boris Tarassjuk, der sich von den anderen Ministern krass abhebt.” Der Politologe wollte seinen letzten Gedanken nicht näher definieren. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat am Freitagabend einen Erlass ĂĽber die Ernennung von Viktor Janukowitsch zum Regierungschef unterzeichnet. Das wurde in Kiew offiziell mitgeteilt. Zuvor war Janukowitsch vom Parlament im Amt des Ministerpräsidenten gebilligt worden. FĂĽr seine Kandidatur votierten 271 Abgeordnete bei nomineller Mehrheit von 226 Stimmen. Der Vorsitzende der Partei der Regionen, Viktor Janukowitsch, ist am Freitagabend im Amt des Premiers der Ukraine bestätigt worden. FĂĽr seine Kandidatur hatten 271 Abgeordnete des Obersten Rates bei 226 erforderlichen Stimmen votiert, womit er der 15. Premier seit der Unabhängigkeit der Ukraine 1991 wird. Die Abgeordneten begrĂĽĂźten das Ergebnis der Abstimmung mit stĂĽrmischem Beifall. Viktor Janukowitsch wurde am 9. Juli 1950 in der Stadt Jenakijewo, Gebiet Donezk, in einer Arbeiterfamilie geboren. Er absolvierte zwei Hochschulen, promovierte zum Doktor sc. oec. und ist als Professor eingestellt. In den Jahren 1997 bis 2002 war er Gouverneur des Gebietes Donezk. Im November 2002 wurde Janukowitsch zum Premier der Ukraine ernannt und ĂĽbte dieses Amt bis Dezember 2004. Im selben Jahr verlor er nach dem Vorwurf der Wahlfälschung die Präsidentenwahlen in der sogenannten “orangenen Revolution” gegen Viktor Juschtschenko. Die von Janukowitsch geleitete Partei der Regionen hat bei den Parlamentswahlen am 26. März dieses Jahres 32,14 Prozent der Wählerstimmen erhalten. Die Fraktion der Partei der Regionen ist mit 186 Abgeordnetenmandaten die Größte im Obersten Rat. Die Werchowna Rada (Parlament) der Ukraine hat am Freitagabend alle Mitglieder des Verfassungsgerichts der Republik gewählt. Das wurde in Kiew offiziell mitgeteilt. Der letzte nicht bestätigte Richter, Pjotr Stezjuk, dessen Kandidatur vom Präsidentenblock Unsere Ukraine vorgeschlagen wurde, konnte sich bei einer wiederholten Abstimmung durchsetzen. Der ukrainische Parlamentspräsident Alexander Moros hat die Hoffnung geäuĂźert, dass das neue Kabinett noch am (heutigen) Freitag gebildet werden kann. “Ich denke, dass die neue Regierung heute bestätigt wird”, sagte Moros in Kiew. Das Parlament habe nach seinen Worten beschlossen, so lange zu tagen, bis das Kabinett vollständig gebildet worden ist, “ganz egal, wie lange das dauern wird”. Zugleich dementierte Moros Medienberichte, wonach Präsident Viktor Juschtschenko die Kandidatur von Viktor Janukowitsch fĂĽr das Amt des Regierungschefs zurĂĽckziehen könnte. Die RĂĽckkehr Viktor Janukowitschs auf den Posten des Ministerpräsidenten der Ukraine bedeute das Fiasko der “orangenen” Koalition und der Strategie der NATO-Osterweiterung, findet Gleb Pawlowski, Präsident des Fonds fĂĽr effektive Politik. “Eine Strategie wie die Osterweiterung der NATO existiert nicht mehr”. “Das ,orange’ Projekt ist durchgefallen, wieviel Geld darin auch gesteckt werden mag”, hat der Politologe auf einer Pressekonferenz am Freitag gesagt. In der Nacht zum Donnerstag gab der Präsident der Ukraine Viktor Juschtschenko bekannt, er schlage die Kandidatur Viktor Janukowitschs fĂĽr den Posten des Ministerpräsidenten vor. Heute werde in der Obersten Rada ĂĽber diese Frage abgestimmt. Pawlowski hält dafĂĽr, dass Janukowitsch einen sehr harten Kompromiss akzeptiert habe. Hierzu präzisierte er, dass dies auch die SchlĂĽsselpunkte des ” nationalen Einheitspakts”: die NATO, den Status der russischen Sprache, die Föderalisierung und die Regierungsvollmachten betreffe. Der Politologe macht darauf aufmerksam, dass der Präsident der Ukraine seinen Anteil in der Regierung verdoppelt habe, womit er dem Parlament nun den AuĂźen-, den Verteidigungs- und den Innenminister vorschlagen könne. Nach Pawlowskis Ansicht könne das zur Entstehung von zwei Regierungen fĂĽhren. Janukowitsch werde sich mit der Wirtschaft befassen und die andere wĂĽrde vom Präsidenten geleitet. “Die Gefahr der Doppelherrschaft entsteht wirklich, doch wird sie nicht von Janukowitsch und dem Präsidenten ausgehen. Zur Zeit ist es nur fĂĽr die Timoschenko von Vorteil, eine Spaltung herbeizufĂĽhren”, betonte Pawlowski. Die Partei der Industriellen und Unternehmer der Ukraine (PPPU) ist gegen jede Beteiligung von Staatspräsident Viktor Juschtschenko an den Gesprächen ĂĽber die Bildung der Parlamentskoalition. Das teilte die Pressestelle der Partei am Freitag der RIA Novosti mit. “Wir warnen die politischen Kräfte, den Staatspräsidenten als Spitzenvertreter einer politischen Kraft in die Koalitionsgespräche zu verwickeln”, verlautet aus dem Presseamt der PPPU. “Denn das kann den Ausbau einer wirksamen Vertikale der Macht behindern.” Die Forderungen an den Präsidenten, er sollte als gleichberechtigter Partner an den Verhandlungen teilnehmen, seien nicht korrekt, weil der Staatschef vor dem ganzen Volk der Ukraine die Verantwortung trage und die gesamte ukrainische Gesellschaft, unabhängig von regionalen bzw. politischen Sympathien, in der Weltarena vertrete, so die Partei der Industriellen und Unternehmer in ihrer BegrĂĽndung. Als Teil der politischen Koalition “Unsere Ukraine” wird die Partei der Industriellen und Unternehmer darauf bestehen, dass alle Verhandlungsteilnehmer den gesamtnationalen Interessen und der Konsolidierung der Gesellschaft Vorrang geben, statt um die Posten zu feilschen, hieĂź es. Die PPPU gehört zum präsidententreuen Block “Unsere Ukraine”, der bei den jĂĽngsten Parlamentswahlen im März auf 13,95 Prozent der Wählerstimmen auf sich gesammelt hat. Neben der PPPU gehören zum Block die “Volksunion Unsere Ukraine”, “Narodny Ruch Ukrainy”, der Kongress der Ukrainischen Nationalisten, die Christlich-Demokratische Union und die Ukrainische Republikanerpartei “Sobor”. Die Ex-Premierministerin und Leiterin des Blocks BJT, Julia Timoschenko. hatte zuvor Staatspräsidenten Viktor Juschtschenko aufgefordert, sich in die Koalitionsgespräche im Parlament einzumischen.
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Am 3. August begeht das Radio der PMR den 15. Jahrestag seines Schaffens. Die Etablierung des staatlichen Radios wurde durch die Zeit bedingt. Die Geschichte des Radios Pridnestrowiens ist die Geschichte des Schaffens und Werdens der PMR. Seit August 1989 unterstützten die Stadt- und Bezirksredaktionen des Radios die Proteste der Pridnestrowier gegen die diskriminierende Gesetze über die Sprachen in der MSSR, die damals erarbeitet wurden. Der Hauptredakteur des Tiraspoler Radios „Dnestrwoskaja Wolna“ - Djnestr-Welle, Iwan Kiltschick sicherte die direkte Radioprogramme von den Meetings, die im Zentrum Tiraspols in den letzten Tagen des Augusts 1989 durchgeführt wurden. Aus offiziellem Kischinjow klingten durch Telefon die Drohungen, aber das Tiraspoler Radio war an der Seite der streikenden Tiraspoler. Am 2. September 1990 wurden die Mikrophone des Tiraspoler Radioknotens im Dramatischen Theater installiert, wo die historische 2. Versammlung der Abgeordneten der Räte Pridnestrowiens aller Machtsebenen verlaufen war. In Tiraspol wurde die PM Sowjetische Republik verkündet und provisorischer Oberrat gewählt. Im Frühling 1991 entstand der Bedarf, die Vorbereitung der Radioprogramme zu zentralisieren und den Wechsel mit Radioinformationen zu sichern. Damals wurde die Gruppe eingesetzt, die im Auftrag des Vereinten Rates der Werktätigen Kollektive kostenlos arbeitete. Innerhalb dieser Gruppe waren Anna Wolkowa und Anatolij Botschkowslij. Dieses Team der Enthusiasten arbeitete mit der Redaktion der Zeitung „Werktätiges Tiraspol“ zusammengearbeitet und benutzte die technischen Mittel des Tiraspoler Radioknotens. Sie bereiteten auch kleine Programme mit Kassettenrekorder. Das Aufgenommene wurde in den Städten und Bezirken der jungen Republik verbreitet. Am 3. August 1991 wurde die Redaktion des Radiosendens durch die Anordnung des PMR-Präsidenten geschaffen, die den Namen „Das Radio Pridnestrowiens“ erhalten hat. Damals hatte das pridnestrowische Radio keinen Zugang zum grossen Äther und die Radioarbeiter bereiteten spezielle 40minütige Programme, die in den regionalen Radiozentren Russlands ausgestrahlt wurden. Von der Wahrheit über Pridnestrowien erfuhren die Einwohner von den Nowgoroder, Nowosibirsker, Tschlejabinsker, Saratower und Sachaliner Gebieten Russlands. Das russische Zentralradio nahm liebenswürdig die Kassetten mit den Aufnahmen von pridnestrowischen Radioarbeitern, aber es wagte sich nicht, sie auszustrahlen. Russische Radiohörer haben trotzdem die Wahrheit erfahren. Zu uns kamen die Journalisten aus verschiedenen Ländern, sie bestätigten das, worüber man ihnen vorher erzählt hat. Eine besondere Rolle spielte das Republikanische Kabelradio, das zu einem einheitlichen Ausstrahlungsnetz gehörte. Es berichtete über die Hauptereignisse in der Republik, darüber, wie viele staatlichen Strukturen unter die Jurisdiktion der PMR übergehen, wie die pridnestrowischen Streitkräfte geschaffen wurden und die Kosakenbewegung wiederentstand. Das Kabelradio Pridnestrowiens hat die Aufmerksamkeit der Radiohörer angezogen. Es gab immer frische Informationen über den Ablauf der Abwehr des Angriffs, über den Mut und den Heroismus pridnestrowischer Verteidiger. Das Leid der Angehörigen und Nächsten wurde zum Kummer des ganzen Volkes Pridnestrowiens. Das PMR-Radio hat die Wahrheit über die Opfer der Aggression nicht kaschiert. Das war Moldau, das angriff und die Angst hatte, dass der Geist seiner Bestrafer sinken würde. Wir erzählten über die Kämpfe bei Dubossary und auf den anderen Frontgebieten, ohne es irgendwie zu schmücken. Die äußerst gespannte Lage verlangte den grossen Äther. Die ganze Welt musste die Wahrheit kennen: gegen das pridnestrowische Volk wurde der Genozid durchgeführt. Am 17. März 1992 begann der Kilowatt-Ausstrahler mit wenigen Kapazitäten seine Arbeit in der Stadt Dubossary. Der echte Durchbruch zum grossen Äther passierte am 7. Mai 1992, als das Radio Pridnestrowiens sein Programm durch den Radiosender „Majak“ gesendet hat. Während des Krieges war das Radio Pridnestrowiens sehr populär gewesen. Mehrere Pridnestrowier schalteten ihre Empfänger Tag und Nacht nicht aus, sie warteten auf die Nachrichten von der Front. An diesen Tagen gab es einen besonderen Grad der bürgerlichen Einigkeit. Das Radio hörte man zu Hause, im Bus oder bei der Arbeit. In der Stadt auf den Strassen haben die Lautverstärker die Stimme vom Radio Pridnestrowiens verstärkt. Wir wurden nicht nur von unseren Freunden, sondern auch von den Feinden wahrgenommen. Im Radio wurden die Materialien für die vorbereitet, die zu uns mit dem Schwert kamen. Anfang Mai 1992, als wir zum grossen Äther gelangten, begannen sich pridnestrowische Feinde ununterbrochen zu enttäuschen. Ein Blitz-Krieg stoppte am Dnjestr. Es begann ein Kampfgraben-Krieg. Einige wurden noch härter, die anderen fingen an zu überlegen, wer diesen Krieg bräuchte. Das Radio machte noch einen Versuch, die Herzen von jenen zu berühren, die gegen uns schossen, von jenen, die bewusst oder unbewusst in den verbrecherischen Strafzug gegen die friedliche Bevölkerung einfädelt wurden. Viele Programme wurden den Müttern und Frauen von denen gewidmet, die in Pridnestrowien ums Leben kamen. Es gab damals solche Mottos: Wofür ist er ums Leben gekommen? Die Frauen Moldaus, stoppt den Krieg! Lasst eure Männer und Söhne nach Hause zurückkehren! Das Radio bekam während des Krieges viele Briefe von beiden Ufern der Dnjestr. Die, die von der Kischinjower Propaganda berauscht wurden, liessen böse Briefe mit den Standardbeschuldigungen zukommen. Wir haben versucht, dem Autor zu erklären, dass es um etwas anderes geht. Wir schickten unsere Antwort durch Radiowellen und berücksichtigten die Tatsache, dass wir von Millionen Leuten gehört werden. Wir versuchten nicht so zu sein wir der Verfasser des Briefes, wir entwaffneten mit Tatsachen und Argumenten. Diese Begleiterscheinung hat unsere ideologischen Gegner durchaus intensiv aufgeregt. Die gegnerische Zeitung „Adewerul“ erklärte damals, das Radio Pridnestrowiens sei furchtbarer als ein Panzerangriff.
Am ersten Tag der Tragödie in der Stadt Bendery lauteten durch das Radio die Aufrufe an alle Leute des guten Willens: Stoppt den Genozid! Die ganze Welt erfuhr von den Verbrechen der National-Faschisten. Mehr als 100 Tausend Benderier und der Einwohner der Nebengebiete liessen ihr Zuhause, die Flüchtlinge verloren ihre Verwandten und Nächsten. Das Radio erhielt die Briefe mit den Bitten, sie zu suchen. Zum Beispiel:“ Mama, mach dir keine Sorgen, ich bin in Odessa. Weiter folgte der Familienname, der Nachname, der Vatersname und die Anschrift. In den nächsten Tagen hat sich die Flut von den Briefen vergrössert, sie kamen in den Säcken. Die Radioansager gaben den Inhalt der Briefe wieder, obwohl sie zum Umfallen müde waren. Dann kam die neue Flut von den Briefen. Das waren die Antworten. Und endlich-die dritte Flut der Briefe-das waren die Dankbarkeitsworte für das Radio. Neben dem Radioprogramm „Suche“ wurde eine spezielle operative Gruppe mit denselben Namen eingesetzt. Dieses Team wurde von Wiktor Sinöw angeführt, es erschien die Möglichkeit, die Computertechnik zu verwenden, um die Angehörigen zu finden. Währedn des Krieges wurde das Musikthema aus der 5. Sinfonie von Beethoven zu den Radiokennzeichen. Beethoven selbst definierte diese Melodie folgenderweise: So klopft das Schicksal an der Tür. Etwas übermächtiges, sorgenvolles und aufrufendes enthielt diese Phrase. Diese Musik war wie eine Aufforderung, wie ein Ruf und jeder Pr-er fand in ihr irgendwelche Assoziationen, irgendwelche neuen Nuancen, sie liess keinen kalt. Diese Musik wurde vom ersten Musikredakteur Maxim Bondarenko vorgeschlagen. Die Radiohörer gingen mit uns mit Liebe um und wir antworteten auf die Briefe. Die Phonothek wurde bei uns vom Null geschaffen. Jeder brachte vom Zuhause das, was er hatte. Unsere Radiohörer halfen uns bei der Sammlung der Tonträger auch. Der Arbeitstag begann im Radio um fünf Uhr morgens. Der Chefredakteur rief die Stabe der Garde, die territorialen Rettungseinheiten, die Kosaken an, er ging zum OSTK und zum Presse-Dienst des Präsidenten. Das ganze gesammelte Material wurde verallgemeinert, einige Dateien wurden in anderen kompetenten Organen präzisiert und um sechs Uhr hatten die Radiohörer Pridnestrowiens, des Nah-und Fernauslandes die Möglichkeit, die letzten Nachrichten zu hören. Für das offizielle Kischinjow war das Radio Pridnestrowiens eine Gefahr, wir können das so sagen, denn gegen die Radioarbeiter wurden die Diversionen vorbereitet, einzelne Arbeiter wurden beobachtet. Im Radarradiosender im moldauischen Kostüscheny wurde ein Täubungssender installiert. Aber er war nicht so stark. Das Interesse für unsere Programme nahm zu: wenn die Programme getäubt werden, dann kosten sie was. Unter den Bedingungen, als die feindlichen Heckenschützen und Terroreinsätze Moldaus handelten, hatten viele Radioarbeiter einen Decknamen. Aber das sicherte die persönliche Sicherheit nur für eine kurze Zeit. Alles Geheime wurde bald offenbart. Einige Journalisten bewahrten ihre Pseudonyme für eine Zeit lang nach der Beendigung der Kampfhandlungen. Sie bewahrten ihre Decknamen dafür, um sich an jene gramvolle und unvergessliche Zeit zu erinnern, auch die Radiohörer haben sich an diese Namen gewöhnt und meinten, es seien echte Familiennamen. Als das Republikradio mit Kabel bedient wurde, war das Radioteam nicht so gross. Der Hauptredakteur war Alexander Radtschenko, der Redakteur-Korrespondent Anatolij Botschkowskij. Die Ansager waren Galina Derewnejko, Niklaij Schestakow, Georgij Kaschin, Anna Wolkowa, Anatolij Scholodnij. Für die Aufnahme war Anatolij Restred zuständig. Anfang des Winters 1992 hat sich das Kollektiv wesentlich vergrössert. Zum Radio kamen die Menschen diverser Berufe – vorher beschäftigten sich die meisten mit keiner journalistischen Tätigkeit, aber die Not hat sie gezwungen, die ausgebildeten, ehrlichen und tapferen Menschen begannen mit dieser Arbeit. Nach den entzückten Worten der Freunde und der Boshaftigkeit der Gegner zu urteilen, können wir beurteilen, inwiefern gut sie arbeiteten. Viele Briefe, Anrufe, mehrere freundliche Radiohörer flössten die Sicherheit ein, dass sie auf dem richtigen Weg waren. Die Ansagerin Walentina Kotschubej der Deckname Мария Третьякова wurde von den Radiohörern schnell beliebt. Die Besonderheit ihrer Ansprache war die, dass sie sehr schnell den Text begriff und er von ihrem Herzen kam. Viele behalten noch im Kopf die niedere und sichere Stimme eines der ersten Ansager Georgij Kaschin.
Diese Inhalte sind aus dem Archiv von Radio PMR und entsprechen nicht der Meinung des Kollektiv Fischka.
Marcell NimfĂĽhr und Kramar von Kollektiv Fischka

