News: Denkmal von ‘Katharina, die Grosse’ in Tiraspol enthĂŒllt
Am 27. Oktober 2007 wird in Tiraspol, gegenĂŒber des Denkmals von General Suworow, eine Bronze-Statue der Zarin ‘Katharina, die Grosse’, enthĂŒllt. Katharina herrschte im 18. Jahrhundert ĂŒber das Russische Reich und setzte wichtige Reformen um. Die EnthĂŒllung war ursprĂŒnglich fĂŒr die Feierlichkeiten zum 215. Jahrestag von Tiraspol am 14. Oktober angesetzt. Aufgrund technischer Probleme fand sie aber erst jetzt statt.
News: Transnistrien wird in Ăsterreich als Metapher salonfĂ€hig
Der Kurier zitiert VP-Klubobmann Rudi Strommer, der in einer Pressekonferenz der BurgendlĂ€ndischen Krankenversicherung vorwirft, wie Transnistrien zu sein. Die Krankengesellschaft hat Strommer geklagt. Zuvor hatte Strommer laut Kurier die Krankengesellschaft als âGeheimstaat im Staatâ, âvergleichbar mit der Republik Transnistrien am Dnestrâ verglichen, âeinem rechtsfreien Sumpf, gelegen zwischen Moldawien und Ukraineâ. Die Klage wurde abgewiesen. Eine BegrĂŒndung lautete: “dass die international nicht anerkannte Republik dem durchschnittlichen Leser unbekannt ist und dass daher mit diesem Land keinerlei besondere Assoziationen verbunden werdenâ.
News: Moldaus Minister: Transnistrienstreit kein ethnischer Konflikt
In einem Interview mit dem Tagesspiegel erklĂ€rte der moldauische Minister fĂŒr auswĂ€rtige Angelegenheiten und europĂ€ische Integration, Andrei Stratan, dass der Streit mit Transnistrien kein ethnischer Konflikt sei. Auf beiden Seite lebe das selbe Volk. Er meinte, dass die Welt sich bewusst gemacht habe, dass es hier nicht um einen internen Konflikt gehe. Vom Schmuggel, Waffenproduktion, Menschen- und Drogenhandel in Transnistrien gehe eine Gefahr nicht nur fĂŒr die Region, sondern fĂŒr ganz Europa und darĂŒber hinaus aus. DarĂŒberhinaus habe sich Russland dafĂŒr zu verantworten, die Truppen bisher nicht aus Transnistrien abagezogen zu haben.
Radio PMR Archiv: Nachrichten fĂŒr den 24. Oktober 2007
- Frozen-Conflicts-Sitzung ohne PMR
- VKK: rumĂ€nisches Flugzeug ĂŒber PMR
- Smirnow bei Studenten
- Aktuelles zum Kosovo
- Forderungen der georgischen Opposition
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Am 5. und 6. November werden in Berlin die Sitzungen des Monitoringsausschusses der Parlamentsversammlung des Europarates bezĂŒglich der eingefrorenen Konflikte stattfinden. Neben den Mitgliedern des Monitoringsausschusses und den Experten aus den USA, Europa und Russland sind die Aussenminister Moldaus, Georgiens, Armeniens, Aserbaidschans und Russlands eingeladen. Wie man im Sekretariat der zwischenparlamentarischen Versammlung der Teilnehmerstaaten der Gemeinschaft âFĂŒr Demokratie und Völkerrechteâ mitgeteilt hat, seien die Vertreter anderer interessierter Seiten, das heisst Pridnestrowien, Abchasien, SĂŒdossetien und Bergkarabach zu den Sitzungen nicht eingeladen worden. Das Sekretariat der zwischenparlamentarischen Versammlung der Teilnehmerstaaten der Gemeinschaft âFĂŒr Demokratie und Völkerrechteâ Ă€usserte das EntrĂŒsten ĂŒber die fehlende Einladung fĂŒr Vertreter der PMR, der Republik Abchasien, der Republik SĂŒdossetien und der Bergkarabachschen Republik. Das Sekretariat hĂ€lt diese Tatsache fĂŒr undemokratisch und bringt die Hoffnung zum Ausdruck, die oben genannten vier Staaten wĂŒrden die Einladung zur Teilnahme an den Sitzungen des Ausschusses in der Folgezeit erhalten. Die zwischenparlamentarische Versammlung der Teilnehmerstaaten der Gemeinschaft âFĂŒr Demokratie und Völkerrechteâ plant, diese Frage in die Agenda der turnusmĂ€ssigen Vollsitzung der Versammlung einzutragen, die am 29. Oktober 2007 in Moskau stattfinden soll.
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Am 18. Oktober wurde in turnusmĂ€ssigen Sitzung der VKK der Bericht darĂŒber erstattet, wie der Luftraum ĂŒber der Sicherheitszone von der Seite der Republik Moldau verletzt wurde. Pridnestrowische MilitĂ€rs haben das illegale Erscheinen des rumĂ€nischen Flugzeugs im Luftraum Pridnestrowiens ĂŒber der Sicherheitszone registriert. Das Flugzeug wurde in die Richtung Pridnestrowien geschickt, ohne die pridnestrowische Seite davon in Kenntnis zu setzen. Der Vorfall hat eine Besorgnis bei den russischen und pridnestrowischen Vertretern in der VKK hervorgerufen. Aber die moldauischen Vertreter haben diese Besorgnis nicht geteilt. Laut dem MilitĂ€rchef der Republik Moldau Oberst Mokrinski habe die VKK die Vollmachten nicht, die Verwendung des Luftraums ĂŒber der Sicherheitszone zu reglementieren. Die FlĂŒge wĂŒrden von der moldauischen Seite fĂŒr die Erdvermessung durchgefĂŒhrt, und die VKK sei angeblich davon benachrichtigt worden. Laut dem pridnestrowischen Vorsitzenden in der VKK Alexander Poroschan sei die Information ĂŒber eventuelle FlĂŒge vor drei Monaten angegeben worden, aber damals habe man beschlossen, dass diese Frage die moldauische und pridnestrowische Seiten zuerst besprechen mĂŒssten. Russischer Co-Vorsitzender Wiktor Schanin hat angekĂŒndigt, die moldauische Seite hĂ€tte die MilitĂ€rs von dem Flug am Tage zuvor in Kenntnis zu setzen. Die Vertreter Russlands und Pridnestrowiens sind darum besorgt, dass die Vertreter des moldauischen Verteidigungsministeriums der Meinung seien, dass es genug sei, einfach zu informieren und danach beliebige Bewegungen ĂŒber der Sicherheitszone oder in der Sicherheitszone 7 zu unternehmen. Pridnestrowiens MilitĂ€rexperten beurteilten diesen Vorfall als Provokation und eine grobe Verletzung der Sicherheitsregeln. Der hochrangige Vertreter des pridnestrowischen Verteidigungsministeriums brachte die Besorgnis zum Ausdruck, rumĂ€nisches Flugzeug hĂ€tte von der pridnestrowischen Raketenabwehr aus Versehen zum Absturz gebracht werden können, wenn man in dieser Zeit planmĂ€ssige Manöver durchgefĂŒhrt hĂ€tte. Zugleich hat er hinzugefĂŒgt, das rumĂ€nische AufklĂ€rungsflugzeug sei aus Moldau her eingeflogen und habe Spionageaufgaben erfĂŒllt, die von der FĂŒhrung des moldauischen Verteidigungsamts ihm gestellt worden seien. Es sei daran erinnert, dass RumĂ€nien wĂ€hrend des Krieges am Dnjestr 1992 der MilitĂ€rhilfe fĂŒr Moldau ĂŒberfĂŒhrt. RumĂ€nien schickte in die Konfliktzone Panzertechnik, an den Kampfhandlungen haben die freiwilligen aus RumĂ€nien teilgenommen, rumĂ€nische Offiziere instruierten moldauische Soldaten, moldauische HeckenschĂŒtzen wurden in RumĂ€nien geschult. Die Sicherheitszone ist die der Raum, fĂŒr den gemeinsame FriedenskrĂ€fte verantworten. Zu den gemeinsamen FriedenskrĂ€ften gehören MilitĂ€rs Russlands, Moldaus und Pridnestrowiens. Sie leisten ihren MilitĂ€rdienst in der Region laut dem Abkommen vom 21. Juli 1992 âĂber Prinzipien der friedlichen Beilegung in Pridnestrowien. âDen Konfliktparteien Moldau und Pridnestrowien wird verboten, in der Sicherheitszone ihre MilitĂ€reinheiten zu stationieren. Beliebige Bewegungen in der Sicherheitszone sollen in der VKK abgestimmt werden. Die VKK ist die zustĂ€ndige Behörde, die fĂŒr die Einhaltung des Sicherheitsregimes in der Region verantwortet. Der VKK gehören die Vertreter Russlands, Moldaus und Pridnestrowiens sowie die Beobachter von der OSZE und der Ukraine.
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Am 19. Oktober hat der PrĂ€sident der PMR Igor Smirnow eine Vorlesung fĂŒr Studenten der Pridnestrowischen Staatlichen UniversitĂ€t zum Thema âPolitische Rechtsgrundlagen der UnabhĂ€ngigkeit der PMR: der steinige Weg zur völkerrechtlichen Anerkennungâ gehalten. In seinem Bericht hat Igor Smirnow geschrieben, dass unsere Republik alle Voraussetzungen fĂŒr eine Anerkennung hat: sowohl historische, als auch juristische. Die LebensfĂ€higkeit unseres Staates wurde mit der Zeit selbst bewĂ€hrt. Aber wir sind im Grunde genommen Geiseln des geopolitischen Kampfes der Grossstaaten. âDie Realien der modernen Welt sind so, dass derzeit zwei völkerrechtliche Prinzipien das Recht eines Volkes auf die Selbstbestimmung einerseits und territoriale IntegritĂ€t eines Staates andererseits im Widerspruch stehen. In Wirklichkeit haben wir mit den Doppelstandards zu tun. Die Anerkennung beliebiges Landes wird durch politische Konjunktur bedingt: es werden nur diejenigen anerkannt, die fĂŒr Nationalinteressen einzelner Staaten, unter anderen der USA und der EU nĂŒtzlich sindâ, sagte der Staatschef. BezĂŒglich der Beziehungen Pridnestrowiens und Moldaus hat Igor Smirnow betont, ein lange Zeit haben wir danach gestrebt, eine einheitliche Gemeinsamkeit beizubehalten und haben diverse Varianten fĂŒr den Aufbau eines einheitlichen Staaten vorgeschlagen: unter anderen kulturelle Autonomie, Föderation, Konföderation. Aber alle unsere Versuche erwiesen sich als erfolglos. Derzeit sind die Verhandlungen gĂ€nzlich eingefroren, wir mĂŒssen permanent die Politik des Drucks und der Drohungen spĂŒren, die ihren Niederschlag in verschiedenartigen Blockaden findet. Die moldauische Seite hĂ€lt keine der vorhin unterzeichneten Abkommen ein. Der Zynismus des moldauischen PrĂ€sidenten ĂŒberschreitet alle erdenklichen grenzen. Das frische Beispiel dafĂŒr sind seine jĂŒngsten Interviews fĂŒr moldauische AnhĂ€nge an russische Zeitungen. Da kleidet sich der moldauische Hauptkommunist in die Toga âder Friedenstaubeâ. Woronin schlĂ€gt den Pridnestrowiern die lĂ€ngst erklĂ€rten und unterzeichneten Papiere vor und tĂ€uscht sie als eigenes Know-how vor. Das Datum der ErklĂ€rungen Woronins lĂ€sst sich auch erklĂ€ren. Neben dem stattgefundenen Gipfel der PrĂ€sidenten von GUS-LĂ€ndern wird in der Folgezeit und zwar am 10. Dezember ein wichtiges politisches Treffen ablaufen, an dem das Kosovo-Schicksal bestimmt wird. Von diesem Beschluss wird geopolitische Konstellationen abhĂ€ngen. Die ganze Rhetorik Woronins sei nach der Ansicht Igor Smirnows der billige Populismus, dessen Ziel der fade politische Profit sei. Die Zuhörer des PrĂ€sidenten der PMR waren Studenten, deswegen hat Igor Smirnow die ErklĂ€rungen Woronins ĂŒber die eventuelle Akkreditierung der pridnestrowischen UniversitĂ€t in Moldau kommentiert. âHerr Woronin hat wahrscheinlich vergessen, dass er persönlich das Abkommen ĂŒber die Anerkennung der Papiere unterzeichnet, die in Pridnestrowien ausgestellt werden, dazu gehören unter anderen die Bildungspapiere. Seine heutigen ErklĂ€rungen sind nur ein öffentliches Spiel, betonte Igor Smirnow. âWeswegen wird es gemacht? Alles ist sehr einfach und trivial. Es nĂ€hert sich der Winter und es wird die Frage nach dem Gaspreis auftauchen. Vielleicht will er einfach zeigen, wie âweiss und flaumweichâ er sein kann. Woronin behauptet, dass Smirnow alleine daran schuld sei, dass die Probleme nicht gelöst werden, und dass nur Smirnow angeblich nichts Ă€ndern wolle. Als Staatschef und Amtsperson kann er nur eins wollen und zwar das, was das pridnestrowische Volk gesagt hat. Und es hat deutlich gesagt: den Aufbau des unabhĂ€ngigen Staates und weitere Entwicklung mit Russland. Die innerhalb dieser Zeit eingerichteten Bildungssysteme Pridnestrowiens und Moldaus sind nicht zu vereinen. Jedes Jahr gehen einige tausende moldauische Studenten zum Studium nach RumĂ€nien. Dort bekommen sie nicht nur die entsprechende Ausbildung, sondern auch die Erziehung mit ganz anderer Wertskala. Das pridnestrowische Bildungssystem hat sich immer an russischen Standards orientiert und ist aus diesem Bildungsraum niemals ausgestiegen. Der PrĂ€sident hat unterstrichen, in der heutigen Welt komme vieles darauf an, in welchem Licht jene oder andere Probleme einem Alltagsmenschen dargestellt werden. Die grundlegenden politischen Stereotype formieren die so genannte PR, die den Interessen der fĂŒhrenden Spieler dient. Den bestimmten politischen KrĂ€ften im Westen kommt es zupass, Pridnestrowien als schwarzes Loch erscheinen zu lassen, obwohl es keine konkreten Tatsachen gab und gibt, die das nachgewiesen hĂ€tten. Der Chef unseres Staates hat unterstrichen, deswegen bestĂŒnde die Aufgabe darin, ein objektives und wahres Image unseres Landes zu gestalten und es einem möglichst breiteren Auditorium zu zeigen. Am Abschluss hat Igor Smirnow die Friedensoperation am Dnjestr, die Rolle und Stelle der OSZE in den Verhandlungen angeschnitten und beantwortete zahlreiche Fragen der Studenten und Professoren der staatlichen UniversitĂ€t.
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In diesem Jahr kann auf der Weltkarte ein neuer Staat entstehen. Das abtrĂŒnnige Kosovo droht, seine UnabhĂ€ngigkeit ohne Serbiens Zustimmung auszurufen. Die UnabhĂ€ngigkeit soll nach dem 10. Dezember ausgerufen werden, nachdem die Kosovo-Troika, die zwischen den unversöhnlichen Kontrahenten Belgrad und Pristina vermittelt, UN-GeneralsekretĂ€r Ban Ki Moon ĂŒber das Ergebnis der Verhandlungen berichtet haben wird. Das Ergebnis liegt schon jetzt auf der Hand. Serbien und die Kosovo-Albaner wichen von ihren Positionen um kein Jota ab. Belgrad will die UnabhĂ€ngigkeit des Kosovo nicht akzeptieren. Auch die Albaner wollen keine Kompromisse eingehen und beharren auf UnabhĂ€ngigkeit. Kovoso-Premier Agim Ceku warnte, nach dem 10. Dezember einseitig die UnabhĂ€ngigkeit der serbischen Provinz auszurufen. Die Kosovo-Albaner rechnen mit der Anerkennung von mehreren Dutzend Staaten, vor allem der USA. Der US-amerikanische PrĂ€sident George Bush und AuĂenministerin Condoleezza Rice machten deutlich, der Kosovo-Streit habe sich bereits zu sehr in die LĂ€nge gezogen, es wĂ€re sinnlos, weiter auf einen Kompromiss der Konfliktparteien zu warten. Moskau ist gegenteiliger Meinung: Der Kosovo-Status muss durch Verhandlungen zwischen Belgrad und Pristina vereinbart werden. Die GesprĂ€che mĂŒssen so lange dauern, wie es notwendig ist. Weltweit gibt es viele andere ungelöste Konflikte, die nicht weniger akut als der Kosovo-Streit sind. So wurde Zypern in die EU aufgenommen, obwohl im Norden der Insel die so genannte TĂŒrkische Republik Nordzypern besteht, die nur von der TĂŒrkei anerkannt worden ist. Der Zypern-Konflikt darf aus irgendeinem Grund ĂŒber mehr als 30 Jahre vor sich hin schleichen, wĂ€hrend der Zwist um das Kosovo sofort beendet werden muss. Die russischen Diplomaten berufen sich im Kosovo-Streit nicht auf PrĂ€zedenzfĂ€lle, sondern auf die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats, die kaum revidiert werden dĂŒrfen, da Russland im Weltgremium als stĂ€ndiges Mitglied ein Vetorecht besitzt. In der Resolution 1244, die vom UN-Sicherheitsrat 1999 verabschiedet wurde, steht schwarz auf weiss: Die Weltgemeinschaft respektiert die territoriale IntegritĂ€t Serbiens. Auch der Westen tritt an die Kosovo-Frage nicht so einheitlich heran, wie dies auf den ersten Blick scheint. So etwa Spanien, wo sich die Basken seit Jahrzehnten nach UnabhĂ€ngigkeit sehnen, wird kaum der Kosovo-Abspaltung zustimmen. Dasselbe gilt fĂŒr die Slowakei, wo viele Ungarn leben, fĂŒr Griechenland und Italien, wo es unzufriedene albanische Minderheiten gibt. Ein PrĂ€zedenzfall Kosovo wĂŒrde weder GroĂbritannien (die Nationalisten in Schottland sind bereit, UnabhĂ€ngigkeit auszurufen) noch Frankreich (Streit mit Korsikanern) noch dem zweiteiligen Belgien noch der TĂŒrkei (Kurden-Frage) nĂŒtzen. Doch die Liste ist weitaus nicht vollstĂ€ndig. Auch Russland ist keinesfalls an diesem gefĂ€hrlichen PrĂ€zedenzfall interessiert. Sobald Pristina die UnabhĂ€ngigkeit ausruft, wird Moskau den abtrĂŒnnigen Republiken im postsowjetischen Raum Abchasien, SĂŒdossetien und Pridnestrowien nahelegen mĂŒssen, warum diese im Gegensatz zum Kosovo kein Recht auf Selbstbestimmung haben.
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Die Vereinigte georgische Opposition, der zehn politische Organisationen des Landes angehören, hat am Mittwoch ein Manifest mit den Hauptaufgaben ihres politischen Kampfes angenommen. Das wurde Journalisten im Hauptquartier der Opposition mitgeteilt.
Ihre wichtigsten Ziele sind laut dem Dokument âdie Wiederherstellung der UnabhĂ€ngigkeit des Gerichtssystems sowie der territorialen IntegritĂ€t, die lokale Selbstverwaltung, der Kampf gegen politische Gewalt, fĂŒr freie Medien, die Unverletzlichkeit des Eigentums, freies Unternehmertum, wĂŒrdige Lebensbedingungen, die nationale Eigenart, die BĂŒrgerintegration, die Einhaltung der Verfassungsabkommen zwischen dem Staat und der Georgischen orthodoxen Kirche, die AuĂenpolitik und die euroatlantische Integrationâ. Im Vorwort des Manifests wird auf die âsehr schwere soziale, wirtschaftliche und politische Lageâ in Georgien verwiesen. âDie Macht im Land wurde von einem Menschen - (den georgischen PrĂ€sidenten) Michail Saakaschwili - und seinem korrupten Umfeld usurpiert. Im Land wurden faktisch ein politischer Terror eingefĂŒhrt und die Menschenrechte verletztâ, steht es im Manifest. Der Opposition zufolge âsind die Aussichten fĂŒr die Wiederherstellung der territorialen IntegritĂ€t des Landes sehr unklarâ. âDie Mehrheit der Bevölkerung des Landes befindet sich in Ă€uĂerster Armut. Unter dem Deckmantel pseudoliberaler Werte geht ein Anschlag auf die nationalen Werte und eine Diskreditierung der demokratischen Prinzipien vor sichâ, besagt das Dokument, das an Saakaschwili geschickt werden soll. Georgiens Opposition besteht aus einigen groĂen Parteien und kleinen politischen Bewegungen. Dazu gehören unter anderem die Republikanische und die Labour-Partei, die Bewegung âFreiheitâ, die âNationale Frontâ, die Partei âKartuli dassiâ, die Partei des Volkes, die Partei âGeorgiens Wegâ, âWir selbstâ, die Konservative Partei sowie die Bewegung âFĂŒr ein einheitliches Georgienâ.
(c) Radio PMR/RIA Novosti
Das Buch: HIER SPRICHT RADIO PMR
NACHRICHTEN AUS TRANSNISTRIEN
Ein Propaganda-Buch
Mit einem Vorwort von Wladimir Kaminer
Verlag fĂŒr Bildschöne BĂŒcher, 2007
ISBN 978-3-939181-07-1
240 Seiten, 210 x 280 mm, Hardcover,
mehr als 150 Abbildungen
Deutsch, Englisch, Russisch
⏠35,00
Erscheint im Oktober 2007
Von Kramar, Marcell NimfĂŒhr, Andrey Smolensky
Kaum jemand im Westen kennt Transnistrien (auch Pridnestrowien oder PMR genannt). Es ist international nicht anerkannt, hat keine wahrnehmbare Stimme und die wenigen Medienberichte zeigen ein eindimensionales Bild. Die EU hÀtte das Problem gerne vom Tisch.
Seit sechs Jahren erkunden die Autoren Kramar und Marcell NimfĂŒhr das Land links des Flusses Dnjestr. Auf ihren Reisen haben sie Land und Leute kennengelernt, Reportagen und Portraits aufgezeichnet. GlĂŒck hatten Sie auch: Sie lernten den Dolmetscher, Radiomoderator und Uni-Lektor Andrey Smolensky kennen. Er zeigte ihnen Orte, die westlichen Augen bisher verwehrt blieben und machte Sie mit Leuten
bekannt, die sonst keinen Journalisten so freundlich Auskunft gegeben hÀtten.
Transnistrien gehört zur Republik Moldau (sagen die Moldawier), Transnistrien ist unabhĂ€ngig (sagen die Transnistrier), Transnistrien darf es nicht geben (sagt die westliche Welt). Unter den Westlern kann man Kramar und Marcell NimfĂŒhr als die wirklich intimen Kenner der PMR bezeichnen.
Die Autoren verteidigen kein Regime und unterstĂŒtzen keine möglichen kriminellen Handlungen des Regimes. Es gibt keine einzige Wahrheit und dieses Buch erhebt keinen Anspruch auf eine solche. Es zeigt vielmehr, wie Pridnestrowier (Transnistrier) dieses Land wahrnehmen.
Ein Fotoband, ein Reisebericht, ein Buch žber Propaganda und Gegen-Propaganda: Mit “Hier spricht Radio PMR” ist den Wiener Journalisten ein grandioses fotografisches Portrait gelungen. In zahlreichen Interviews und transkribierten Radioberichten wird ein differenziertes Bild der “kleinen Sowjetunion” gezeichnet.

Transnistrien: Lenins Niemandsland lebt
Gena Tschokalev schultert das ölige Gewehr , schiesst, und trifft â nicht. Ein zweiter Versuch, extra fĂŒr uns, die fremden GĂ€ste. Konzentration, Beschwörung. Diesmal löscht er mit dem Schuss ein brennendes Streichholz, vier Meter entfernt hinter seinem RĂŒcken. Der etwa 60jĂ€hrige Gena ist ein geĂŒbter Könner, besitzt er doch die bunte SchieĂbude mitten in Tiraspol, der Hauptstadt der nicht anerkannten Republik Pridnestrowien.
Von Marcell NimfĂŒhr und Kramar von Kollektiv Fischka. Veröffentlicht in: Liga fĂŒr Menschenrechte (2006)

Auf einem Zehntel der FlĂ€che Moldaus, auf einem Burgenland-grossen Gebiet, leben 600.000 Menschen. Am 2. September 1990 wird dort die Pridnestrovskaia Moldavskaia Respublika (kurz PMR, auch als Pridnestrowien oder Transnistrien bekannt) ausgerufen. Ein ehemaliger Fabrikdirektor namens Igor Smirnov ernennt sich zum PrĂ€sidenten, die Regierung heiĂt âOberster Sowjetâ, die Ausrichtung ist kommunistisch, offiziell dreisprachig. Es leben hier Russen, Ukrainer und Moldauer. Noch 15 Jahre spĂ€ter dienen Leninstatuen sowie Hammer und Sichel zur Wahrung des sowjetischen Erbes in Pridnestrowien. Das Land ist nirgends anerkannt, wird diplomatisch bedrĂ€ngt und politisch isoliert.
Die PMR liegt auf dem Gebiet der Republik Moldau, zwischen RumĂ€nien und der Ukraine. Stalin verband das von der Dnjestr getrennte rumĂ€nische Moldau im Westen mit dem russischen Gebiet im Osten erstmals. 1990 beginnt Moldau, sich von der Sowjetunion zu lösen und strebt einen Anschluss an die âMutterâ RumĂ€nien an. In der Angst ârumĂ€nisiertâ zu werden, spalten sich die Russen im Osten ab und erklĂ€ren das Territorium zwischen Dnjestr und der Ukraine, in dem sie gemeinsam mit den Ukrainern die Mehrheit halten, fĂŒr unabhĂ€ngig.
In Genas SchieĂbude hĂ€ngt eine Schwarzweissfotografie eines ernsten jungen Mannes. âDas ist mein Sohn Igorâ, meint Gena leise, âer ist im Krieg gefallen.â Auf der BrĂŒcke ĂŒber den Fluss, zwischen Tiraspol und der umkĂ€mpften Stadt Bendery ist er erschossen worden. Eine Woche vor seinem 29. Geburtstag im Juni 1992. Drei Monate zuvor brach der BĂŒrgerkrieg aus, da Moldau das abgespaltene Gebiet mit Waffengewalt unter Kontrollen zu bringen versuchte. Pridnestrowien schlug den Feind zurĂŒck, mit UnterstĂŒtzung der in Tiraspol stationierten russischen 14. Armee. Im September wurde ein Waffenstillstand geschlossen. Die russische Armee schuf eine Pufferzone und tritt seitdem als Friedensbewahrer auf. Der Konflikt gilt als eingefroren, aber nicht gelöst. Bis heute.
Gemeinsam mit unserem Freund und Dolmetscher Andrey begleiten wir den SchieĂbudenbesitzer zum Friedhof im Westen Tiraspols. Gena packt Brot, Wurst und eine Flasche Vodka aus. Still isst und trinkt er mit seinem toten Sohn nach russischer Tradition. Er nimmt ein StĂŒck Brot, steckt eine Zigarette hinein, zĂŒndet sie an und stellt sie auf den Grabstein. Nachdem die Zigarette runtergebrannt ist wiederholt er den Vorgang. Nach der zweiten fragen wir, ob sein Sohn eine Chesterfield rauchen wĂŒrde. Gern, meint Gena, auslĂ€ndische Zigaretten hĂ€tte Igor immer gemocht. Warum habe sein Sohn nur sterben mĂŒssen in diesem unsinnigen Krieg, fragt Gena sich selbst. Igor Tschokalev war eines von knapp 1000 Opfer auf beiden Seiten.
Der Konflikt wurde im Schatten des Bosnien-Krieges medial kaum wahrgenommen. In den letzten Jahren hat die Berichterstattung ĂŒber Pridnestrowien zugenommen und zeigt hĂ€ufig ein noch einseitigeres, auf Sensation zielendes Bild als es schon bei Moldau der Fall ist. Wiederkehrende Schlagworte: Armenhaus Europas, Separatistenstaat, Gangsterrepublik, selbsternannter autoritĂ€rer PrĂ€sident, Schattenwirtschaft, die gröĂte illegale Kalaschnikowproduktion der Welt in unterirdischen Fabriken, Mafia, Menschenschmuggel, Freilichtmuseum des Sowjetkommunismus, Drogenumschlagplatz, Waffenlieferant fĂŒr Al Kaida.
FĂŒr die Pridnestrovier ist diese Sicht auf Ihr Land verletztend. Dies sei blosse moldauische und OSCE-Propaganda. Pridnestrowien ist seit ĂŒber 15 Jahren ein de facto existierender, relativ stabiler Staat. Die PMR besitzt, abgesehen von internationaler Anerkennung, alle konstituierenden Staatsmerkmale. Es gibt eine Zollbehörde, eine Bank und eine schlagkrĂ€ftige Armee. Andrey, unser Dolmetscher besitzt neben einem moldauischen Personalausweis und einem russischen Pass auch einen pridnestrov’schen, der sich allerdings nicht zum Reisen eignet. Er verdient seinen Unterhalt in PMR-Rubel, der eigenen WĂ€hrung, die auĂerhalb des Landes nicht konvertibel ist. Als Radiomoderator einer deutschsprachigen Nachrichtensendung auf Mittelwelle erhĂ€lt er umgerechnet 75 Euro pro Monat. 20 Euro kostet die Wohnung, 5 Cent eine Busfahrt, dafĂŒr allerdings 10 Cent fĂŒr eine Minute Handytelefonie in einem weltweit einzigartigen 800Mhz-Netz. Angeblich betreibt Pridnestrowien GerĂ€te, die den Mobilfunkverkehr Moldaus stören sollen.
Der Konflikt geht auf diplomatischer und wirtschaftlicher Ebene weiter. Moldau unterbricht die Festnetztelefonverbindungen nach Pridnestrowien. Die PMR wiederum stĂŒrmt moldauische Schulen auf ihrem Territorium um moldauische Geschichte und Sprache zu unterbinden. Die EU hat sich auf die Seite Moldaus gestellt und symbolische Einreiseverbote fĂŒr die Pridnestrov’sche Regierung erlassen. Die OSCE wirft der PMR Waffenschmuggel vor. Die regimetreue Jugendorganisation Proriv besetzt das OSCE-BĂŒro in Tiraspol. Russland scheint vor allem an einem eingefrorenen Status Quo interessiert und unterstĂŒtzt Pridnestrowien mit Energie. Pridnestrowien kappt dafĂŒr gelegentlich die Energielieferungen an Moldau. Die Ukraine nĂ€hert sich seit Juschtschenkos Amtsantritt der EU-Position an. Sie erzeugt den von der EU gewĂŒnschten wirtschaftlichen Druck auf die PMR durch verschĂ€rfte Zollbestimmungen, die in Tiraspol als Blockade gesehen werden. Die USA ist schluĂendlich als geopolitischer Kontrapunkt zu Russland auf der Seite Moldaus. Es gibt regelmĂ€Ăige Treffen aller Parteien, LösungsvorschlĂ€ge werden diskutiert und abgelehnt. VorlĂ€ufig bleibt es bei einem Kreislauf aus ergebnislosen Verhandlungen und darauffolgenden Repressionen.
Der pridnestrov’sche Alltag trotzt den internationalen EinschĂŒchterungsversuchen. Andrey geht wöchentlich mit Eimern zu einem öffentlichen Brunnen, um Trinkwasser zu holen. Jenes, das aus der Leitung kommt und rostbraune Flecken in der Badewanne hinterlĂ€sst wĂ€re vermutlich krebserregend, meint er. Zum Waschen erhitzt er einen groĂen Topf auf dem Herd. âFast wie im Mittelalterâ witzelt Andrey und freut sich auf gelegentliches Warmwasser aus der Leitung, dass es auf jeden Fall zu nationalen Feiertagen gibt. Diese gibt es hĂ€ufig, unter anderem an Tag der Frauen am 8. MĂ€rz, am 9. Mai Tag des Sieges im groĂen VaterlĂ€ndischen Krieg, dem 2. Weltkrieg, sowie der Republikstag am 2. September. An diesem Tag wurde letztes Jahr das 15-jĂ€hrige Bestehen des Landes mit einer groĂen Parade mit Panzern und Katjuscha-Raketen gefeiert. Soldaten, darunter auch Andreys Cousin Aljosha marschierten im Gleichschritt hinter hunderten FahnentrĂ€gern. Balletttanzende Kinder und Veteranen der verschiedenen Kriege runden das Selbstbild Pridnestrowiens ab. Der wissenschaftliche Osteuropa-Experte Stefan Troebst beschreibt dieses als âgroĂrussischesâ mental mapping mit neuer regionaler IdentitĂ€t. Oder wie Andrey es ausdrĂŒcken wĂŒrde: âIch bin ethnischer Russe und pridnestrov’scher Patriot.â
Neben Gedenkfeiern, LenindenkmĂ€lern und Geschichtsmuseeen ist nach Troebst die seit 1990 durchgefĂŒhrte pridnestrov’schen Geschichtsschreibung das wichtigste Mittel der nationalen IdentitĂ€tsfindung. Der erste Satz der im Jahr 2000 veröffentlichten, zweibĂ€ndigen âGeschichte der PMRâ lautet: âSeit je nehmen die transnistrischen Gebiete eine auĂerordentlich wichtige Stellung in den gewaltigen RĂ€umen Eurasiens ein.â Diese Stellung sei vor allem russisch und in weiterer Folge pridnestrovisch, aufgehĂ€ngt auch am Personenkult um die GrĂŒnderfiguren. Neben Tiraspols GrĂŒnder Suworow und Lenin als Vater der geistigen Heimat Sowjetunion hat auch der PrĂ€sident und Bewahrer der PMR, Smirnov seinen Platz.
Zu Igor Smirnov gibt es kaum Opposition. FĂŒr viele Pridnestrovier ist diese auch keine Alternative. Denn Opposition hieĂe Anschluss an Moldau und das will niemand, mit dem wir sprachen. Abseits der Durchhalteparolen gibt es nachvollziehbare GrĂŒnde gegen eine Vereinigung. âEs gibt nur ein einziges Symbol der Gemeinsamkeit des zerissenen Landes, nĂ€mlich eine einheitliche Fussball-Nationalmannschaft.â meint Arad Benkö, zustĂ€ndiger österreichischer Botschafter fĂŒr Moldau. Die PMR wĂŒrde die fragwĂŒrdigen FrĂŒchte der Transformationsreformen ernten, die Moldau an den Rand des sozialen und wirtschaftlichen Kollaps gebracht haben: Energiekrise, Massenarbeitslosigkeit und Mitverantwortung fĂŒr die Schulden die Chisinau beim Internationalen WĂ€hrungsfond angesammelt hat. Moldau wird gelegentlich als gescheiterter Staat bezeichnet.
Abschied vom einzigen nicht anerkannten Land in Europa. Abschied von einem existenten Pridnestrowien. Andrey begleitet uns wie immer zum Bus. RĂŒber nach Moldau, Flughafen Chisinau. Der moldauische Zollbeamte rĂŒmpft die Nase. Er hat unser Reisesouvenir, ein KaffeehĂ€ferl mit dem pridnestrov’schen Wappen entdeckt. âBananen-Republikâ schimpft er und lĂ€Ăt uns trotzdem durch.
von Marcell NimfĂŒhr und Kramar

News: OSZE sieht wichtigen Schritt zur Fortsetzung der 5+2 Verhandlungen
Die OSZE begrĂŒĂte in einer Pressemitteilung den VorstoĂ Moldaus, die Registrierung transnistrischer Unternehmen in Moldau bis zum 31.12.2008 zu verlĂ€ngern. Ebenso begrĂŒĂte die Organisation Transnistriens Entscheidung, die 100 Prozentige Einfuhrsteuer auf manche GĂŒter aus Moldau genauso abzuschaffen wie die so genannte Migrations-Steuer. Um die Bewegungsfreiheit weiter zu erhöhen, forderte die OSZE die Konfliktparteien auf, Grenzposten, die nicht zum russischen Friedenskorps gehören, abzubauen.
Der Propaganda Krieg hat begonnen.
Von Marcell NimfĂŒhr und Kramar. Es war uns klar, dass in einem Umfeld, wo der Name âPridnestrowienâ allein schon ein Politikum ist, unser Buch nicht ohne Folgen fĂŒr die beiden streitenden LĂ€nder Moldau und Transnistrien/Pridnestrowien sein wĂŒrde. Nun haben die verschiedenen Stellen das Buch entdeckt und beginnen, sich drauf einzuschiessen. Andrey unser transnistrischer Co-Autor hat ein paar Exemplare nach Hause mitgenommen und es diversen Journalistenkollegen gezeigt. Das Echo war groĂ, sofort purzelten die Einladungen zur Buchvorstellung, alle nationalen Medien wĂŒrden erscheinen. Dann erschien ein Artikel in der pro-transnistrischen Onlinezeitung Tiraspol Times, das ausfĂŒhrlich ĂŒber unser Buch berichtet. Berichtet heisst in diesem Zusammenhang, dass sie die Pressemitteilung unseres Verlags ĂŒbernommen hat und mit ein bisschen Lokalkolorit ausgefĂŒllt hat: ” The inhabitants have their own passports with which they can’t travel,” says one of the authors, Austrian journalist Marcell Nimfuehr. “And they have money which they can’t exchange abroad.”
Habe ich das wirklich gesagt? Vermutlich schon hundert mal…
Dann ĂŒber den Titel âHier spricht Radio PMRâ: The title, This is Radio PMR, is taken from the call sign of Pridnestrovie’s state-run propaganda radio which broadcasts every day in five different languages in a public diplomacy attempt to spread information about what goes on inside the new and emerging country, and the aspirations that the population have for joining the international community on an equal basis just like its two neighbors have already done.
The host and presenter of the German-language section of Radio PMR’s daily broadcast, Andrey Smolensky, helped put the book together and is one of the co-authors, but the book is not an official publication and does not present Pridnestrovie in an entirely favorable light.â
Zugegeben, der letzte halbe Satz klingt verdammt nach schlecht gemachter PR. Und ist dabei nicht mal falsch.
Nur einen Tag spÀter gibts die digitale Antwort der moldauischen Gegenseite. Die moldauische Agentur Presa schreibt:
Die transnistrischen Separatisten haben ein Propagandabuch in Ăsterreich veröffenlicht.
Die AnfĂŒhrer des separatistischen Regimes aus Tirasopol haben, durch unterschiedliche Methoden, die Veröffentlichung eines Propagandabuches in Ăsterreich unterstĂŒtzt. Es geht dabei um ein Buch das Fotografien beinhaltet, von denen einige in der englischsprachigen Publikation der Sezessionisten, Tiraspol Times, veröffentlicht wurden.
Das Buch heisst “Hier Spricht Radio PMR”, also “Hier Spricht Radio PMR”. Die sogenannten Journalisten aus Ăsterreich weinen vor lauter Mitleid um die Separatisten, die ihre PĂ€sse nicht benutzen dĂŒrfen, da niemand das illegale, von Igor Smirnov gefĂŒhrte, Regime anerkannt hat.
Herrlich. Einfach herrlich. Die haben das Buch nicht gesehen oder gelesen. Konnten sie nicht, weil es in Moldau zu dem Zeitpunkt noch nicht erhĂ€ltlich war. Ich wusste gar nicht, dass wir UnterstĂŒtzung des Regimes erhalten haben. Vielleicht sollten wir Smirnow mal eine Rechnung schreiben und die UnterstĂŒtzung des Regimes in harten Dollars (oder weichen PMR Rubel) einfordern.
Das wirklich schrĂ€ge an der Sache ist, dass im Buch beim Titel ganz deutlich draufsteht: âHier spricht Radio PMR. Nachrichten aus Transnistrien. EIN PROPAGANDABUCH.â Wozu also die Aufregung? Na wir nehmen es wie in dem alten Werbespruch: Besser schlechte Publicity als gar keine Werbung.
Und unser offizielles Statement an die moldauische Seite: geht und kauft euch das Buch. 35 Euro. Amazon.de oder direkt bei uns. Und tut bitte unsere Homepage verlinken, damit unser Google-Ranking steigt.
News: Washingtons Antwort auf das Referendum
Das US State Department hegt grosse Hoffnungen in der Beilegung des Transnistrien Konflikts, erklĂ€rt David Kramer, VizesekretĂ€r fĂŒr EuropĂ€ische Fragen im US AuĂenministerium. Ein Umstand dafĂŒr sei die gesteigerte internationale Aufmerksamkeit, die der Transnistrien-Konflikt gegenwĂ€rtig erhĂ€lt, so Kramer.
News: Wahlergebnis in Ukraine zu Ungunsten Transnistrien
Das vorlĂ€ufige Ergebnis der vorgezogenen ukrainischen Parlamentswahlen wird mit aller Wahrscheinlichkeit in Tiraspol mit wenig Freude aufgenommen. GemÀà der Hochrechnungen gewann der Oppositionsblock der prowestlichen Politikerin Julia Timoschenko mit 33%, gefolgt vom russlandtreuen Regierungschef Viktor Janukowitsch mit 30%. Der einstige Auslöser der Orangenen Revolution, Viktor Justschenko kam auf 16 Prozent. Dies lĂ€sst auf eine Koalition der prowestlichen Parteien schlieĂen. Jene Parteien, die im MĂ€rz 2006 eine Wirtschaftsblockade gegen Transnistrien verhĂ€ngt haben.
News: Transnistrische UnterstĂŒtzung fĂŒr Putin-Wahl
Evgenii Shevchuk, Vorsitzender des transnistrischen Obersten Rats sowie Vorsitzender der Partei Erneuerung wird als offizieller Gast beim Parteitag von Putins Vereintes Russland teilnehmen und hat Putin seine UnterstĂŒtzung zugesagt. Da 25-30% der 550.000 TransnistrierInnen auch die russische StaatsbĂŒrgerschaft besitzen, dĂŒrfen sie bei der kommenden Wahl zur Duma ihre Stimme abgeben. Shevchuk sagte: “Wir unterstĂŒtzen den Putin Plan und werden aktiv fĂŒr ihn eine Kampagne in Pridnestrowien unternehmen. Siehe Regnum (Russisch).
News: Transnistrische Politikerin nimmt an russischer Duma-Wahl teil
GemÀà der transnistrischen Internetplatform Pridnestrovie.net nimmt die transnistrische Politikerin Marina Smirnowa fĂŒr die Partei “Faires Russland” in der Region 90 an den kommenden Wahlen zur russischen Staats-Duma teil. Sie ist an 2. Stelle platziert. “Faires Russland” bestĂ€tigte, dass Smirnowa kandidiert. Damit könnte die Vorstandsvorsitzende der Gazprombank in Transnistrien tatsĂ€chlich Abgeordnete des russischen Parlaments werden.


