Radio PMR Archiv: Die Nachrichten fĂŒr 29. November 2007
- Gescheitere Verhandlungen wegen Geheimplan
- Duma-Wahlen in Abchasien und SĂŒdossetien
- Zwei Wege fĂŒr Russland
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Der nĂ€chste Geheimplan der Beilegung der moldauisch-pridnestrowischen Beziehungen, der den GerĂŒchten zufolge im Laufe dieses Jahres von dem Rratgeber des moldauischen PrĂ€sidenten Mark Tkaschuj und dem Vertreter des russischen Sicherheitsrats Jurj Subakow vorbereitet wurde, ist mit Krach gescheitert. Das ist offenkundig geworden, als Moldau sich verweigert hatte, am Madrider Treffen im Format 5+2 teilzunehmen. Das Treffen hĂ€tte am 13. November stattfinden sollen. Die danach anschliessenden harten antirussischen ErklĂ€rungen des moldauischen Aussenamts bezĂŒglich des Verbots der DurchfĂŒhrung der russischen Parlamentswahlen auf dem pridnestrowischen Territorium haben die lang erwartete ErwĂ€rmung in den moldauisch-russischen Beziehungen misslingen lassen. Dementsprechend ist die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Tiraspol und Kischinjow auf eine unbestimmte Zeit verschoben worden. Worin liegen die GrĂŒnde der Misserfolge der russischen Politik in der moldauisch-pridnestrowischen Richtung. Die Journalisten sind schon im FrĂŒhjahr 2007 darauf gekommen, dass es geheime russisch-moldauische Verhandlungen bezĂŒglich des Status Pridnestrowiens gibt. Diese Informationen kamen aus der Quelle, die der Administration des moldauischen Staatschefs nahe stehen. Zugleich gab es unter anderem eine gegensĂ€tzliche Version, die Ratgeber Woronins hĂ€tten solche GerĂŒchte absichtlich verbreitet, um das ansehen Wladimir Woronins anzuheben und in der moldauischen Gesellschaft eine Illusion zu schaffen, als ob die moldauisch-russischen Beziehungen wĂ€rmer geworden wĂ€ren. Aber kurze und zahlreiche Besuche des stellvertretenden SekretĂ€rs des russischen Sicherheitsrates Jurij Subakows nach Kischinjow im Mai und Juno dieses Jahres liessen die GerĂŒchte verbreiten, Woronins und Jurij Subakow besprechen das pridnestrowische Problem und wollen den Kosaks-Plan 2 oder den Subakows Plan 1 ausarbeiten. Es sei daran erinnert, dass der Weinkrieg, der im April 2006 begonnen hat, der moldauischen Wirtschaft und dementsprechend dem Ranking des moldauischen PrĂ€sidenten einen grossen Schaden zugefĂŒgt hat. Viele Monate lang hat Russland seine MĂ€rkte fĂŒr die moldauischen Weinhersteller versperrt gehalten. Erst Ende 2006 Anfang 2007 hat die russische Verbraucherschutzbehörde âRospotrebnadzorâ begonnen, die Produktion aus Moldau zu ĂŒberprĂŒfen. Die moldauischen Weinproduzenten haben auf den Wiedereinstieg in russische MĂ€rkte seit dem MĂ€rz 2007 gewartet und mussten bis November 2007 warten. âDie Weinfrage ist eine SchlĂŒsselfrage fĂŒr die moldauische Wirtschaft. Moskau hat vorgehabt, diesen Hebel zu benutzen, um die Wiederaufnahme der Behandlungen zwischen Kischinjow und Tiraspol anzuspornen. Aber auch Moskau ist es misslungen, Kischinjow an den Verhandlungstisch zu bringen. Mehr als ein Jahr lang hat Kischinjow Moskau offensichtlich gemacht. Woronins wollte unbedingt mit Wladimir Putin zusammenkommen. In der moldauischen Presse, die vom PrĂ€sident kontrolliert wird, wurde eine Illusion der ErwĂ€rmung der moldauisch-russischen Beziehungen geschaffen. Diese BemĂŒhungen aber haben den Wiedereinstieg des moldauischen Weins in den russischen Markt kaum gefördert. Moskau hat augenscheinlich mehr gewollt, darauf haben unter anderem die hĂ€ufigen Besuche von Subakow verwiesen. Zu guter Letzt hat Woronin seine wichtigste Trumpfkarte geholt und zwar Pridnestrowien. Nach der Zeit der Erscheinung von Woronins Initiativen zu urteilen hat sich das Feilschen zwischen Moskau und Kischinjow in die LĂ€nge gezogen. Woronin hat nichts vorschlagen können, aber die Form der Initiativen hat einen wundern lassen, die Initiativen wurden von der gelben Presse als Interview verfasst. Kennzeichnend ist die Tatsache, dass die Initiativen direkt an Moskau und teilweise auch an die Weltgemeinschaft adressiert wurden. Tiraspol wurde von Woronin mit MĂŒhe ignoriert. Es ist kaum wahrscheinlich, dass man in Moskau von dem moldauischen PrĂ€sidenten genau das erwartet hat, deswegen musste Kischinjow alle von seiner Innigkeit ĂŒberzeugen. Die PR-Aktionen rund um die Initiativen Woronins wurden fast einen Monat lang verbreitet. Das erste Interview ist am 4. Oktober kurz vor der Versammlung der Eurasischen Assoziation der wirtschaftlichen Zusammenarbeit erschienen, an der der moldauische Staatschef teilgenommen hat. Noch ein Interview wurde am 10. Oktober veröffentlicht, am Vortag des Wiener Treffens der Vermittler und Beobachter. Alles musste darauf abzielen, als ob Kischinjow bereit wĂ€re, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. In Moldau wurden die Initiativen dadurch unterstĂŒtzt, dass man die hiesigen Beamten in die Arbeit einbezogen und Arbeitsgruppen eingesetzt hat. Und letztendlich erklĂ€rte die Delegation der Republik Moldau in der Sitzung des stĂ€ndigen OSZE-Rates, Kischinjow sei bereit, sich an den Verhandlungstisch fĂŒr die Beilegung des pridnestrowischen Konflikts ohne vorlĂ€ufige Bedingungen wieder zu setzen. Diese PR-Aktionen hatten einen Erfolg. Trotz der nicht seriösen Form der Initiativen war es Woronin gelungen, nicht nur Moskau, sondern auch den erfahrenen Diplomaten, den amtierenden OSZE-Vorsitzenden Migel Anhel Moratinos von seiner Lust zu ĂŒberzeugen, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Am 23. Oktober hat er alle Teilnehmer der Verhandlungen im Format 5+2 zum Treffen nach Madrid eingeladen. Danach hat die moldauisch-russische Zwischenregierungskommission einen Punkt im Weinkrieg gesetzt und unterzeichnete am 29. Oktober das Abkommen ĂŒber die Handels- und Wirtschaftszusammenarbeit. In Kischinjow wird der Sieg gefeiert und weigert sich, am Madrider Treffen teilzunehmen. Die moldauischen Behörden betrĂŒgen Moskau und Moratinos. Die Verhandlungen wurden durchkreuzt, ohne begonnen zu werden.
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Die Abstimmung fĂŒr die Parlamentswahl am 2. Dezember, die Russlands Zentrale Wahlkommission in Abchasien und SĂŒdossetien organisiert, ist laut dem georgischen AuĂenminister Gela Beschuaschwili nicht legitim. âRussland will dort Wahlen durchfĂŒhren, ungeachtet unserer Ablehnung und der Reaktion Georgiens. Es ist unzulĂ€ssig, solche Entscheidungen ohne die Zustimmung des souverĂ€nen Landes zu fĂ€llen. Von unserer Seite wird das als unfreundlicher Akt in Bezug auf Georgien gewertetâ, zitiert die Nachrichtenagentur Nowosti-Grusija den Minister. Ein Mitarbeiter der russischen Wahlkommission, Gennadi Raikow, teilte jedoch mit, Russland habe mit dem georgischen AuĂenamt die Eröffnung von Wahllokalen in den nicht anerkannten Republiken auf dem Territorium Georgiens vereinbart, damit die dort lebenden Russen an der Wahl teilnehmen können. âHeute haben wir eine vollstĂ€ndige Einigung mit dem georgischen AuĂenministerium fĂŒr die Eröffnung von Wahllokalen zur Sicherstellung der Rechte der BĂŒrger erreichtâ, sagte Raikow am Dienstag vor der Presse. Provokationen und faktisch tagtĂ€gliche Falschmeldungen ĂŒber die russische Friedenstruppe in Abchasien seien auf die gegenwĂ€rtige Situation in Georgien und die bevorstehenden PrĂ€sidentenwahlen in diesem Land zurĂŒckzufĂŒhren, sagte der PrĂ€sident von Abchasien, Sergej Bagapsch, in einem Interview mit RIA Novosti. âDas russlandfeindliche Thema wird stets erklingen, solange die georgischen Behörden und die Opposition dies als vorteilhaft fĂŒr sich betrachten werdenâ, betonte der PrĂ€sident der international nicht anerkannten Republik. Ihm zufolge fĂŒhrt Georgien den Informationskrieg seit dem Machtantritt von Michail Saakaschwili. âDies wird nur zu dem Zweck getan, die russische Friedenseinheiten anzuschwĂ€rzen und sie aus dem georgisch-abchasischen Konfliktraum abziehen zu lassen.â Bagapsch hĂ€lt die Meinung der georgischen Behörden, der Abzug der Friedenstruppe und die Entsendung internationaler KrĂ€fte könnten das Problem von Abchasien und SĂŒdossetien lösen, fĂŒr falsch. âDies widerspricht von Grund aus der Wirklichkeit und ist dumm. Unsere Einstellung zu den Friedenssoldaten bleibt unverĂ€ndert. Sie erfĂŒllen gewissenhaft ihre Mission und gehen dabei nicht ĂŒber den Rahmen ihres Mandats hinausâ, sagte der abchasische PrĂ€sident. Zu den angekĂŒndigten PrĂ€sidentenwahlen in Georgien bemerkte Bagapsch: âSie betreffen nicht Abchasien.â Es sei denn, man wĂŒrde die angeheizte Situation in Georgien selbst in Richtung Abchasien oder SĂŒdossetien leiten, um die Bevölkerung von den inneren Problemen abzulenken, sagte Bagapsch. Nach seiner EinschĂ€tzung ist die gegenwĂ€rtige Situation an der Grenze zwischen Abchasien und Georgien ruhig. âWir besitzen genĂŒgend KrĂ€fte an der Grenze und halten die Situation unter Kontrolle. Unsere StreitkrĂ€fte sind auf verstĂ€rkten Dienst umgestellt. Und wir beabsichtigen noch nicht, diesen aufzuhebenâ, so Bagapsch. Die russisch-georgischen Beziehungen hatten sich zugespitzt, als der georgische PrĂ€sident die russischen Geheimdienste einer Beteiligung an der jetzigen politischen Krise im Land beschuldigt hatte. Gleich darauf wurde die Ausweisung von drei Mitarbeitern der russischen Botschaft in Tiflis angekĂŒndigt und der Ausnahmezustand ĂŒber das Land verhĂ€ngt. Russland wies ebenfalls drei georgische Diplomaten aus.
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Russland hat in der moldauisch-pridnestrowischen Richtung nur zwei Wege, wenn es seinen Einfluss in der Region aufrechterhalten will. Der erste Weg ist der einfachste, schnellste und ökonomischste. Russland sollte sich auf Pridnestrowien konzentrieren und fĂŒr eine Zeitlang Moldau vergessen. Russland muss seine Positionen am Dnjestr festigen, indem es die Resultate des pridnestrowischen Referendums vom 17. September 2007 benutzt. Das pridnestrowische Volk hat Russland das grĂŒne Licht gezeigt. Wie es Moskau verwenden wird, kommt nur auf Moskau an. Der 2. Weg kann viele Jahre brauchen und riesengrossen Aufwand verlangen, wenn Russland beschlossen hat, Moldau in seinem Einflussbereich beizubehalten. DafĂŒr muss Moskau die prorussischen KrĂ€fte in der Republik Moldau konsolidieren, sie gut finanzieren, sie an die Macht bringen, die öffentliche Meinung vorbereiten.
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