Süddeutsche Zeitung über “Hier spricht Radio PMR”
“[…] Nur hundert Kilometer vom berühmten Odessa entfernt liegt das nur von Russland anerkannte Transnistrien und keiner kennt es. Eine schöne Ausgangslage, dachte sich wohl auch das Wiener und transnistrische Kollektiv Fischka. Was dabei herauskam, ist eine amüsante und interessante, aber auch etwas fragwürdige Sache. Am gelungensten sind die in dem Band „Hier spricht Radio PMR“ veröffentlichten Fotografien, die Alltag und Festivitäten in Pridnestrowien, wie sich das politisch und wirtschaftlich von der Familie Smirnov dominierte Transnistrien nennt, von ihrer buntesten Seite zeigen. Man nehme die Ästhetik sowjetischer Propagandabände, peppe sie durch westlichen Pop noch etwas auf, und schon hat man einen neuen, noch viel schöneren Propaganda-Band.
Die Ironie ist offensichtlich, aber auch deren hier systemstablisierende Funktion. Nicht für den Westen. Da wirken die versammelten, beinahe immer staatsgläubigen Selbstdarstellungen wackerer Pridnestrowier eher wie eine unfreiwillige Selbstverhunzung. Aber die Propagandisten des Smirnov-Clans dürfen sich freuen, dass sich da westliche Künstler gefunden haben, die den eigenen Untertanen für einmal das Gefühl geben, wichtig genommen zu werden.” (Hans-Peter Kunisch, Süddeutsche Zeitung).

