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Radio PMR-Archiv: Die Nachrichten vom 30. Januar 2009

Posted in Radio PMR Transskripte von admin am 30. Jan. 2009

 

  • Besuch der EU-Kommission in PMR
  • Neue Wirtschaftspolitik für die PMR
  • Das Jahr der Familie
  • 50 Jahre Malerschule
  • Zollmuseum der PMR eröffnet

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In dieser Woche besuchte die Europäische Kommission die Hauptstadt Pridnestrowiens Tiraspol. Die Kommission bestand aus den EU-Beamten und Experten. Im Aussenministerium der PMR fand das Treffen mit dem Chef des aussenpolitischen Amts der PMR Wladimir Jastrebtschak statt. Der Delegation gehörten folgende Personen an: der Kurator für Moldau aus dem Generaldirektorat für Aussenbeziehungen der Europäischen Kommission Remi Duflo, der politische Berater des EU-Sondervertreters in Moldau Peter Michalko, der stellvertretende Chef der Europäischen Kommission in Moldau Wolfgang Berendt, der Mitarbeiter des Generaldirektorats für Aussenbeziehungen der Europäischen Kommission Steven Balok und der Mitarbeiter des Generaldirektorats für Aussenbeziehungen der Europäischen Kommission unter dem Namen „Europe Aid“ Pier Lushan. Am Gespräch nahm auch der stellvertretende Aussenminister der PMR Sergej Simonenko teil. Die Teilnehmer des Zusammenkommens erörterten die in der Region existenten Probleme, die mit der Hilfe der Europäschen Union gelöst werden könnten. Zu diesem Zweck wollen die EU-Vertreter die Möglichkeit erwägen, eine ganze Reihe von gemeinsamen Projekten zwischen Moldau und Pridnestrowien im Gesundheits-, Wirtschafts-, Transport- und Zollbereich zu starten. Es wird erwartet, dass die Umsetzung dieser Projekte im Rahmen der Arbeit der Expertengruppen von Tiraspol und Chisinau möglich sein wird. Darüber hinaus schlägt die EU vor, in der Region die Projekte umzusetzen, die eine Zusammenarbeit zwischen den Bürgergesellschaften und Businessgemeinschaften beider Seiten anregen sollten. Wladimir Jastrebtschak ist der Meinung, die Umsetzung der gemeinsamen Projekte würde erst dann einen Effekt haben, wenn Tiraspol und Chisinau eine gleichwertige Zusammenarbeit wiederaufnehmen würden. In Pridnestrowien vertritt man der Ansicht, dass es wichtig sein, zu diesem Ziel die Arbeit der Expertengruppen zu reglementieren, weil es wird erwartet, dass genau diese Gruppen bei der EU-Unterstützung für die Umsetzung von den EU-Projekten verantwortlich sein werden. Darüber hinaus plädiert Tiraspol für die Transparenz so einer Arbeit. In Bezug auf die einer Lösung bedürfenden Fragen machte der Chef des Aussenministeriums der PMR die europäischen Gäste auf die Probleme aufmerksam, auf die Pridnestrowien infolge der Einschränkungsmassnahmen Moldaus stösst. Unter anderen sind es Zoll- und Umweltschutzgebühren, die die pridnestrowischen Unternehmen Chisinau zahlen müssen. Es handelte sich auch um andere Massnahmen der moldauischen Führung, die eine stabile Arbeit der pridnestrowischen Wirtschaft bedrohen. Am selben Tag führte die Delegation der Europäischen Kommission in der pridnestrowischen Hauptstadt einige Zusammentreffen mit den Vertretern des Wirtschafts-, Gesundheits- und Sozialministeriums durch. Es wird erwartet, dass die europäische Delegation bereits im Februar Pridnestrowien besuchen und eine durchgearbeitete Liste von jenen Projekten vorstellen wird, die von der EU in der Region finanziert werden können.

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Im Obersten Rat der PMR fand die Sitzung des Ausschusses für Industrie, Landwirtschaftspolitik und Naturressourcen statt. Die Abgeordneten haben den Beschluss gefasst, der Plenarsitzung der Abgeordneten den Gesetzentwurf über die Industriepolitik in der PMR in zweiter Lesung zu verabschieden. In diesem Gesetzentwurf handelt es sich um die Schaffung der notwendigen gesetzgebenden Bedingungen für die Formierung und Umsetzung der Industriepolitik des Staates. Das neue Gesetz stellt eine Strategie der industriellen Entwicklung der Republik dar und bestimmt die Prinzipien, Bewertungen und Prioritäten des industriellen und wirtschaftlichen Wachstums in Pridnestrowien. Derzeit wird die Industrieentwicklung durch eine Reihe von gesetzgebenden Akten reglementiert. Darüber hinaus gibt es noch kein Gesetz über die Industriepolitik des Staates. Im Projekt des neuen Gesetzes wurden die Prinzipien der staatlichen Industriepolitik sowie die Massnahmen der staatlichen Unterstützung der Unternehmen definiert. Unter anderem sind die Schaffung der stabilen Bedingungen für die Unternehmungsaktivitäten, unter anderem die Bedingungen für Besteuerung, Förderung der industriellen Unternehmen beim Ausbau der Absatzmärkte durch die Entwicklung der Produktionskooperation und aussenwirtschaftlichen Bedingungen, die Unterstützung bei der Formierung des Markts der Wertpapiere sowie die Umsetzung der Informations- und Werbeunterstützung der Produktion, die von der industriellen Unternehmen erzeugt wird, und die Organisation und Durchführung der Ausstellungen und Messen. Im Laufe der Erörterung dieser Frage wurde im Parlamentsausschuss mitgeteilt, die Industriepolitik ist eine konsequente Organisation der Arbeit des staatlichen und des privaten Bereichs in der Wirtschaft. Das bezieht sich auf die Annahme der Entscheidungen auf dem Produktions- und Investmentgebiet, bei der Entwicklung der Bedingungen für den Aussenhandel, um die heimische Produktion zu fördern. Es wird erwartet, dass das jeweilige Konzept den Grundstein der Industriepolitik bilden wird. Es wird für mindestens vier Jahre entworfen und vom Präsidenten der PMR spätestens am 15. Mai zur Verabschiedung durch den Obersten Rat der PMR vorgelegt. Der Vorsitzende des Ausschusses für Industrie, Landwirtschaftspolitik und Naturressourcen Efin Kowal betonte, die Verabschiedung dieses Gesetzes soll der Ausarbeitung und Umsetzung der strategischen Prioritäten der Industrieentwicklung dienen, denn die Industrie ist die Grundlage der Entwicklung der Wirtschaft und des Sozialbereichs unseres Staates. Laut ihm sei die Industriepolitik eine Gesamtheit der langfristigen Staatsmassnahmen, die auf das Produktionswachstum und die Verbesserung der Bereichsinstitutionen der Industrie abzielen. In der Sitzung des Ausschusses wurden die Ergänzungen ins Gesetz der PMR über die Industriesicherheit in gefährlichen Produktionsobjekten in zweiter Lesung betrachtet. Die Verbesserungen sehen vor, dass es notwendig ist, in der Zeitung Pridnestrowien und in der Sammlung der gesetzgebenden Akten der PMR die Rechtsvorschriften zu veröffentlichen, die die Anforderungen im Bereich der Industriesicherheit bestimmen.

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Im Rahmen des in Pridnestrowien erklärten Jahres der Familie plant man 63 Veranstaltungen durchzuführen. Dies sagte die stellvertretende Ministerin für Informationen und Fernsehkommunikationen der PMR Walentina Rykowanowa unserem Radiosender. Sie betonte, der Plan der Durchführung des Jahres der Familie, der aus 63 Punkten besteht, nur eine Richtschnur für die Handlungen ist, weil jedes Ministerium und jedes Amt ihre eigenen Pläne haben. Die Vorbereitung auf die Durchführung des Jahres der Familie begann noch lange vor dem 1. Januar 2009. Alle Ministerien, alle Ämter arbeiteten an den Plänen , um die Arbeit im Jahre 2009 ohne Verzögerung aufzunehmen. Es wurden sehr grosse Bemühungen unternommen, damit jede pridnestrowische Familie das Jahr der Familie spürt. Besondere Anstrengungen werden auf die Unterstützung der Familie sowie auf den sozialen Schutz gerichtet werden. Dass die Absichten des Staates wirklich seriös sind, weist auch der Punkt des Plans, laut dem die soziologischen Forschungen über die Probleme der Lebensqualität der pridnestrowischen Familie, der Festigung der familiären Beziehungen und Bildungsbedürfnisse in der Familie durchgeführt werden sollen. Laut Walentina Rykowanowa enthält der Plan auch solche Massnahmen wie etwa die Leistung der Hilfe für die Eltern, die minderjährige Kinder, behinderte Kinder und Kinder ohne Vormundschaft erziehen. Am Ende des Jahres wird geplant, die Institution „Junge Familie“ einzuführen und eine rechtliche Basis auszuarbeiten, die die soziale Unterstützung der jungen Familien in den Fragen der Arbeit, der Vergünstigungskreditierung und der Wohnung reglementieren würde. Für Februar ist eine Sitzung des Ministerkabinetts geplant, in der man das Konzept der Umgestaltung der staatlichen Sozialpolitik erörtert wird. Im Rahmen des Jahres der Familie sollten unter anderen einige Konferenzen , Diskussionsrunden, die Auszeichnung der Arbeiterdynastien und andere Veranstaltungen in folgenden Richtungen stattfinden: Familie und Gesellschaft, Familie und Sozialbusiness, Familie und Kultur, sowie Familiensport und Erholung.

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Zu anderen Nachrichten: In der hauptstädtischen Foinizkii-Malerschule wurden die Arbeitsergebnisse 2008 zusammengefasst. In diesem Jahr wird diese Tiraspoler Einrichtung 50 Jahre Bestehen feiern. Laut der Direktorin Marija Marijan setzt die Tiraspoler Malerschule ihre Hauptaufgabe um, sie entwickelt die kreativen Fähigkeiten der Jungen , indem die Schule ihnen die Malerkultur beibringt. Der Unterricht wird auf den Grundlagen der russischen klassischen Malerschule erteilt. Das Gebäude, wo sich die Schule derzeit befindet, wurde speziell zu diesen Zielen projektiert. Darin gibt es alles Notwendige, damit sich die jungen Künstler bequem fühlen. Hier gibt es Klassenräume, Meisterstätten und einen grossen Ausstellungsraum. Derzeit wird in der Schule der folgende Unterricht erteilt: die Grundlagen der bildnerischen Sachkunde, Zeichnen, Malerei, Komposition, dekorativ-angewandte Kunst, Bildhauerei und die Geschichte der Malerei. Der Hauptkurs dauert vier Jahre lang. Danach erhalten die Schülerinnen und Schüler das jeweilige Zertifikat. Zum fünften Studienjahr werden die begabtesten Jungen aufgenommen. Hier bereiten sich die Jungen auf die bevorstehende Fortsetzung auf der höchsten Stufe vor, sie gehen entweder in die Berufsschulen oder in die Malerhochschulen. Darüber hinaus funktionieren in der Foinizkii-Malerschule die Vorbereitungsgruppen für die Kinder bis sieben Jahre. Es gibt auch Zeichenkurse für die Erwachsenen. Heutzutage lernen 465 Mädchen und Jungen auf Staatskosten und 140 Junge studieren in der Kindermalerschule gebührenpflichtig. Der Leistungsstand ist laut der Direktorin in diesem Jahr genauso wie im Vorjahr 100%-ig. Der Indikator für die Qualität der Schülerkenntnisse beträgt 86,4%, die Durchschnittsnote des Leistungsstands sind 4,5 nach dem 5-Notensystem. Zwei Jahre nacheinander sind zwei Schüler der Malerschule die Stipendiaten des Präsidentenstipendiums. 90 Personen waren im Jahre 2008 die Abgänger der Foinizkii-Malerschule, ein Drittel davon hatten ein Auszeichnungsdiplom. Mehr als 30 Schulabgänger studieren Malerei weiterhin in den Berufs- und Hochschulen. Die Direktorin Marija Marijan teilte mit, in den jüngsten zwei Jahren wurden die Kontakte mit den Kollegen des Nah- und Fernauslands wiederaufgenommen, die Schule nimmt an den internationalen Wettbewerben und Ausstellungen teil. Im vorigen Jahr beteiligte sich die Malerschule aus Tiraspol am internationalen Wettbewerb „Krieg und Kinder“, der in Kiew abgehalten wurde. Die Schülerinnen und Schüler aus Tiraspol wurden mit sieben Diplomen ausgezeichnet. Den ersten Platz belegten die Werke einer Schülerin der Foinizkii-Malerschule im Wettbewerb „Bethlehemer Stern“. Die Werke der Jungen wurden in diesem Jahr an die internationalen Ausstellungen nach Moskau und Charkow geschickt. Die Zeichnungen und Bilder der Schüler und Pädagogen der Malerschule werden permanent in der Republik ausgestellt. Viele Lehrer sind die Mitglieder des Malervereins Pridnestrowiens. Zu Ergebnissen des Jahres 2008 hat die Malerschule 25 Ausstellungen organisiert. 3.000 Pridnestrowierinnen und Pridnestrowier besuchten diese Veranstaltungen.

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Im staatlichen Zollkomitee der PMR wurde das Museum eröffnet, das der Zollamtsgeschichte gewidmet wird. Wie die Webseite des Zollkomitees mitteilte, sei die Arbeit an der Schaffung der ständigen Zollamtsausstellung fünf Jahre lang geführt worden. In dieser Zeit wurden viele historische Materialien studiert, die die Aktivitäten der verschiedenen Zollstrukturen in Pridnestrowien innerhalb von sechs Jahrhunderten wiederspiegeln. Die Forschungen wurde in den Archiven der Ukraine und Russlands geführt. Eine wesentliche Hilfe bei der Auswahl der historischen Materialien wurde von den Fachleuten des Tiraspoler und Benderyer Museums erwiesen. Die Vertreter des Zolldienstes sagen, es wurde eine lange und tüchtige Arbeit geführt, erst im Dezember 2008 war es gelungen, alle Ideen der Ausstellungsorganisatoren umzusetzen. Dies wurde deswegen möglich, weil die Abteilungen der Verwaltung des staatlichen Zollkomitees in ein speziell gebautes Gebäude umgezogen sind. Die organisierte Ausstellung spiegelt die Grundetappen der Geschichte der Zollbehörden der PMR seit dem 15. Jahrhundert bis 1992. Unter den wichtigsten Exponaten gibt es Dokumente und bildnerische Materialien und die Haushaltsgegenstände, die die Besonderheiten des Zolldienstes in diesem oder jedem Zeitraum darstellen. Eine besondere Aufmerksamkeit wurde bei der Ausstellung der Benderyer Zolldurchlassstelle von 1408, der Dubossaryer Landquarantäne von 1792 und dem Tiraspoler Zollamt von 1828 geschenkt. In der Ausstellung kann man die Berichte der Zollbeamten aus verschiedenen Jahrhunderten , die Gegenstände der Arbeiter, die Symbolikatributte, die Uniformen, Landkarten und Unterlagen von den Aktivitäten des Tiraspoler, Rybnizaer und Dubossaryer Zollamts sehen, die von 1919 bis 1941 zur Hauptzollverwaltung des Volkskommissariats des Ministeriums für Aussenhandel der Sowjetunion gehörte. Eine besondere Stelle haben in der Ausstellung die Dokumente und Fotos aus den Archiven der Zollbehörden der PMR. Diese Materialen beleuchten in chronologischer Reihenfolge die Grundetappen der Formierung und Entwicklung des pridnestrowischen Zollamts. Es ist klar, dass die Formierung und Auffüllung der Museumsausstellung keinen Endpunkt hat, deswegen wird die Arbeit in dieser Richtung weiterhin geführt.

Radio PMR Archiv: Die Nachrichten vom 15. Jänner 2009

Posted in Radio PMR Transskripte von admin am 15. Jan. 2009

  • Über die Gaskrise in Pridnestrowien
  • Interview mit dem PMR-Vize-Präsidenten

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Pridnestrowien bleibt immer noch die Geisel der europäischen Gaskrise. Die Auseinadersetzungen in den Beziehungen zwischen den russischen und ukrainischen Partnern im Bereich der Gasversorgung betrafen direkt auch Pridnestrowien. Am 6. Januar hörte die Gasversorgung der Republik auf. Die PMR, genauso wie viele andere Länder des südöstlichen Europas erhalten das russische Gas durch Transit. Wir befinden uns an der Grenze mit der Ukraine. Seit einer Woche gibt es in der Republik kein Warmwasser und keine Heizung. In vielen Städten und Dörfern der Republik gibt es kein Gas für die Essenzubereitung. Am 13. Januar führte der Präsident der PMR Igor Smirnow die nächste Sitzung zur Gaskrise mit den Chefs der staatlichen Administrationen der Städte und Bezirke der Republik sowie mit Ministern durch. Am Anfang der Sitzung sagte der Präsident, der Krisenstab funktioniert auf einem guten Niveau. Derzeit sollen alle zuständigen Dienste noch eine wichtige Aufgabe lösen und zwar müssen sie die Gas- und Heizungssysteme vorbereiten, wenn die Wiederaufnahme der Gaslieferungen durch die Ukraine erfolgen wird. Der Staatschef betonte, diese Arbeit man ernst nehmen muss. Die ganze Bevölkerung soll über den Stundenplan des Gaserhalts informiert sein. Das heisst, welche Städte um wie viel Uhr das Gas bekommen können. Das gilt auch für Heizung, fuhr Igor Smirnow fort. Eine besondere Aufmerksamkeit sollte den Rentnern und alleinwohnenden alten Menschen geschenkt werden. Alle Notbrigaden müssen permanent bereit sein, bis wir alle Systeme in Betrieb setzen und bis das gewöhnliche Arbeitsregime eintritt. Aber solange es kein Gas gibt, soll die Situation kontrolliert werden, merkte der Präsident an. Im Laufe der Sitzung erzählte der Industrieminister Petr Stelanow davon, wie die Republik das Gasausbleiben erlebt.” Wir haben lokale Havarien, wie etwa das Versagen der Stromwandlerstationen. Aber alle Wachbrigaden wurden bereits mobilisiert und beseitigen solche Vorfälle. Unter anderem blieben acht Strassen der Stadt Dubossary ohne Stromversorgung, weil der Transformator wegen der grossen Belastung versagte. Der Stromwandler wird repariert und die Menschen bekommen an diesem Tag den Strom. Solche Vorfälle wurden auch in den Dörfern Parkani und Malajeschty registriert. Überhaupt will ich sagen, dass das Gasproblem einen grossen Schaden dem Energiesystem der Republik zugefügt hat. Was die Heizungsnetze anbelangt, so hatten wir schon etwa 20 Durchbrüche, aber sie wurde bereits repariert. Erst wenn wir das Gas haben, richten wir es in erster Linie in die Wohnungen, um sie zu beheizen. Das ganze Heizungssystem ist kalt, die Rohre sind verengt, um Havarien zu vermeiden, sollen wir die Temperatur auf 2 oder 3 Grad pro Stunde vergrössern. Damit wir wieder im normalen Regime arbeiten können , braucht man etwa 20 Stunden. Der Staatschef hörte die Informationen über die Sachlage in den Städten und Bezirken. Der Leiter der staatlichen Administration des Bezirks Slobodseja Wasilij Tischenko teilte mit, die Situation sei im Bezirk kontrollierbar, es gebe keine Panik. Im Bezirk Slobodseja hat sich der Stromverbrauch innerhalb der jüngsten drei Tage und Nächte verdoppelt. Die Folge waren die Havarien in sechs Stromwandlerstationen. Die zuständigen Dienste sind schon im Einsatz, die Stromversorgung wird wiederhergestellt. Wir haben auch einen Mangel an Brot, -setzte Wasilij Tischenko fort. Wegen des Gasausbleibens funktionieren die Brotkombinate mit Stromöfen, deswegen ist die Brotproduktion gesunken. Ausserdem hörte das Tiraspoler Brotkombinat auf, das Brot für die Bezirke zu liefern. Wir produzieren unser eigenes Brot. Aber uns mangelt es an ihm, denn wir haben eine Vereinbarung mit den Bezirken Grigoriopol und Dubossary , laut der wir das Brot auch dorthin liefern müssen. Ausserdem verursachen die Menschen selbst diesen Brotmangel, indem sie mehr Brot kaufen, als sie wirklich brauchen, sagte der Leiter der staatlichen Administration von Slobodseja. Dieses Problem zu lösen, beauftragte der Präsident das Wirtschaftsministerium, die Brotlieferungsquoten für alle Kombinate festzusetzen. Der Innenminister Wadim Krasnoselskij und der Gesundheitsminister Iwan Tkatschenko berichteten in der Sitzung darüber, wie die Milizleute und Angestellten des Dienstes für Sozialhilfe die Rentner und alleinwohnenden Menschen ständig besuchen. Man hilft ihnen mit Brennholz und Stromheizkörpern. Der Präsident beauftragte das Umweltschutzministerium und die Chef der staatlichen Administrationen, alle Menschen mit Vergünstigungsrechten, Veteranen und alleinwohnenden Rentner mit Brennholz zu versorgen. Der Gesundheitsminister Iwan Tkatschenko stellte fest, seit dem Heizungsausbleiben wurde kein Erfierungsfall registriert, aber es sind die Kohlenoxidvergiftungen öfters geworden. Am Abschluss der Sitzung merkte der Präsident Igor Smirnow an, die derzeitigen extremen Bedingungen wiesen sich die wunden Punkte im System der Gewährleitung der Lebensaktivitäten der Republik auf. Obwohl es eine bittere Erfahrung ist, wissen wir, dass unsere Stromwandlerstationen eine Vergrösserung der Kapazitäten benötigen, um die Kapazitäten der Elektroversorgungssysteme zu stärken. Dabei müssen wir die Kesselräume mit alternativen Energieträgern vorsehen, überall, wo es möglich ist, sagte Igor Smirnow. Darüber hinaus sind unsere Kommunalnetze veraltet. Daher sollte ein Langzeitprogramm zur vollständigen Renovierung und Erneuerung aller Kommunikationen ausgearbeitet und eingesetzt werden, sagte der Staatschef. Igor Smirnow beauftragte den Vize-Präsidenten Aleksandr Korolew, die Sitzung vorzubereiten, wo diese Fragen in Einzelheiten erörtert werden.

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Wegen der anhaltenden Gaskrise bleibt die Situation in der Republik ziemlich kompliziert. Dies erklärte der Vize-Präsident der PMR Aleksandr Korolew im Interview für den ukrainischen Fernsehkanal Inter. Die Journalisten des Nachbarlandes besuchten Pridnestrowien an diesem Montag. Es besteht eine schwierige Lage mit der Gasversorgung in den Bezirken Dubossary, Grigoriopol und Slobodseja, sowie in den Städten Bendery und Tiraspol. Aleksandr Korolew unterrichtete, mit Gas versorgt werden die Krankenhäuser, Entbindungsheime, Gefängnisse und Wohnungen. Die Gasversorgung für zentralisierte Beheizung und Betriebe wurde eingestellt. In diesem Zusammenhang begann die Ukraine laut bilateralen Abkommen die Nordrichtung mit Gas zu versorgen, im Bezirk Kamenka und in der pridnestrowischen Stadt Rybniza ist alles in Ordnung und es gibt eine Gasversorgung, obwohl mit reduziertem Volumen. Unter der Führung des Vize-Präsidenten funktioniert in der Republik der Antikrisenstab, dessen Aufgabe es ist, den eventuellen Schaden zu minimieren und den Tod der Menschen zu verhindern. Aleksandr Korolew betonte, eine besondere Aufmerksamkeit wird den minderbemittelten Bevölkerungsschichten geschenkt, in erster Linie den Invaliden und den alleinwohnenden Rentnern. Die Notdienste besuchen jeden Tag diese Menschen und verteilen Brennholz. Es wird das Problem mit der Verteilung der Stromheizkörper gelöst, erzählte Aleksandr Korolew. Das Innenministerium und das Gesundheitsministerium eröffneten in den Städten und Bezirken spezielle Punkte für die Menschen ohne festen Wohnsitz, wo sie nicht nur sich wärmen, sondern auch essen können. Bei Bedarf können sie auch Medizinhilfe bekommen. Am Abschluss betonte der Chef des Antikrisenstabs, wenn die Gaslieferungen in der nächsten Zukunft nicht wiederaufgenommen werden, werden wir angewiesen sein, die ausserordentliche Wirtschaftslage zu verhängen.

“Südosteuropa” über Ungereimtheiten im Quasistaat

Posted in Allgemein, Transnistrien Buch von admin am 13. Jan. 2009

“[…] Kramar und Nimführ setzen, gemeinsam mit dem PMR-Radiojournalisten Smolensky, im Verlag Bildschöne Bücher erschienenen Band (”Hier spricht Radio PMR - Nachrichten aus Transnistrien. Ein Propagandabuch.”, Anm.) die Ungereimtheiten des Lebens in einem Quasistaat mit dreisprachigen Begleittexten ins Bild. Gerade die sozialistisch anmutende Aufmachung und der respektvolle, wenngleich bisweilen ironische Ton bewirken beim Leser Empathie für den Alltag in der hintersten Ecke Europas – für die Kriegswitwe und den Dirigenten des Geheimdienstorchesters ebenso wie für den jungen Journalisten mit drei Pässen. Neben Personenportraits enthält der Band zahlreiche, teils befremdliche Bilder, wie die von der Feier zum 85. Jahrestag der Oktoberrevolution, eines Bürgerkriegsveteranentreffens, aber auch jene einer Miss-Wahl und einer Veranstaltung der extrem russisch-nationalistischen ʺProryvʺ Bewegung mit Che Guevara-Fahne. Sowohl das Nebeneinander von Statuen Lenins und Suvorovs anno 2008, als auch die Pressemeldungen, Jugendliche hätten die Statue des Revolutionshelden Kotovskij seines Schwertes beraubt und die Stadt suche private Sponsoren, um die Suvorov-Statue zu restaurieren, wirken in diesem merkwürdigen Land wie selbstverständliche Äußerungen der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. […]”.
(Wim van Meurs, In: Südosteuropa - Zeitschrift des Südost-Instituts, 57. Jg, 2008/2, S. 310ff.)