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Das Radio PMR Archiv

Posted in Radio PMR Transskripte von admin am 19. Mrz. 2009

Radio PMR ist der staatliche pridnestrowische Radiosender, der auf Mittelwelle auch deutschsprachige Nachrichten über die PMR sendet. Andrey Smolensky, Co-Autor des Projektes “Hier spricht Radio PMR”, moderiert diese Sendung. Die hier abgedruckten Texte sind Originaltexte und spiegeln weder die grammatische noch politische Ausrichtung des Kollektivs Fischka wieder.

Tage     Uhrzeit (MESZ)     Frequenz (kHz)     Sprache
Di-Sa       00:00 - 00:15      6.040                     englisch
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Hier spricht Radio PMR: Nachrichten aus Transnistrien. Radio PMR Archiv. Radio PMR Ü-Wagen im Pobeda Park in Tiraspol. Kollektiv Fischka. Kramar. Nimführ

Angaben ohne Gewähr.

Alle Radio PMR-Archiv-Transkripte: (c) Radio PMR; Russisch-deutsche Übersetzung: Andrey N. Smolensky; redigiert von Kollektiv Fischka - Fehler vorbehalten.

Die Nachrichten für 19. März 2009

Posted in Radio PMR Transskripte von admin am 19. Mrz. 2009

 

  • Gipfeltreffen PMR-RF-RM in Moskau
  • Kriegsgedenken
  • Die Gründung der Volksarmee 1992

***1***

Seit 14. März ist der Chef unseres Staates der Präsident der PMR Igor Smirnow in Moskau zu Arbeitsbesuch. In der russischen Hauptstadt wurde eine Reihe der Treffen mit der Führung der Russischen Föderation geplant. Darüber hinaus sind die Verhandlungen des Präsidenten der PMR Igor Smirnow mit dem Präsidenten Moldaus Wladimir Woronin vorgesehen. Sie werden in Moskau bei der Vermittlung Russlands stattfinden. Am Vorabend des Gipfeltreffens der Präsidenten gab das Präsidium des Republikanischen Koordinationsrates der öffentlichen Verbände und politischen Parteien der PMR eine offizielle Erklärung ab. Darin heisst es unter anderem: im Zusammenhang mit dem für 18. März 2009 geplanten Gipfeltreffen der Präsidenten der Russischen Föderation, der Republik Moldau und der PMR bezüglich der Normalisierung der Beziehungen zwischen der PMR und der Republik Moldau betont der Republikanische Koordinationsrat der öffentlichen Verbände und politischen Parteien der PMR, dass die Völker Pridnestrowiens und Moldaus derzeit nicht im Rahmen eines vereinten Staates existieren können. Innerhalb der jüngsten 20 Jahre wuchsen im prorussischen Pridnestrowien und prowestlichen Moldau die Menschengenerationen mit verschiedenen und öfters gegensätzlichen Interessen auf. Der aktuelle Friede ist in unserer Region sehr zerbrechlich. Keiner kann die Garantien dafür geben, dass sich die Aggression Moldaus gegen die pridnestrowische Republik nicht wiederholen wird. In dieser Situation ist die politische Anerkennung der PMR die einzige Garantie für den Frieden auf diesem Boden. Diese Schlussfolgerung beruht darauf, dass die Ursache des Konflikts, die zum Krieg in Pridnestrowien geführt hat, nicht beseitigt wurde: die regierenden Kreise Moldaus betreiben den Kurs auf einen politischen, wirtschaftlichen und ethno-kulturellen Anschluss an Rumänien weiterhin. Darauf wiesen unter anderen folgende Faktoren hin: die Propaganda der Ideen über die Gemeinsamkeit der moldauischen und der rumänischen Kultur, die Fusion der Märkte und Wirtschaften Moldaus und Rumäniens, die vollkommene Ähnlichkeit der Gesetze, Staatssymbole und Geldsysteme Moldaus und Rumäniens, die Ersetzung der moldauischen Sprache in Zyrilik durch lateinische Schrift. Das Ausbleiben des Vertrags über Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen Moldaus und Rumänien, was den Schluss nahe legt, dass Rumänien Moldau nicht als Staat anerkennt und somit sein Territorium beansprucht. Gemeinsame moldauische-rumänische Regierungs- und Parlamentskommissionen, die Schulung der Jugend und Verwaltungsarbeitskräfte Moldaus in Rumänien. Darüber hinaus haben etwa eine Million Einwohner Moldaus die rumänische Staatsangehörigkeit. Das Verteidigungsministerium der Republik Moldau beginnt derzeit die Nato-Standards zu verwenden, es baut die Kooperation mit dieser Organisation aus und gewährt das moldauische Territorium für die Stationierung des Nato-Militärkontingents, und den Beitritt zur Nato. All das passiert im Hintergrund der öffentlichen Erklärungen des Präsidenten Moldaus Wladimir Woronin über die Treue für Russland. Der Sinn dieser Erklärungen besteht in einem: Chisinau will für die moldauischen Loyalität die Unterstützung Moskaus bei der Lösung des pridnestrowischen Problems bekommen, indem Chisinau sein Szenario trotz der Meinung der Pridnestrowier und Pridnestrowierinnen verwendet. Die Geschichte hat vielmals bewiesen, dass die Massnahmen zur einseitigen Lösung der Probleme, die dem moldauisch-pridnestrowischen Konflikt ähnlich sind, das Problem nicht beseitigen, sondern im Gegenteil eine langfristige Konfrontation auslösen, die in die bewaffneten Konflikte ausarten kann. Dies kennen nicht nur Südossetien, Abchasien, Berg-Karabach und Pridnestrowien, sondern auch eine Reihe der europäischen Länder sehr gut. Die Änderung des Status Pridnestrowiens passierte seit 1917 ohne Berücksichtigung der Interessen der pridnestrowischen Bevölkerung. Dies führte letztendlich zum Krieg am Dnjestr im Jahre 1992. Der einzige Wunsch des pridnestrowischen Volkes, der in den Referenden 1991 und 2006 geäussert wurden, war die Souveränität und Anerkennung der pridnestrowischen Staatlichkeit. Keine anderen Beilegungsvarianten der moldauisch-pridnestrowischen Beziehungen können nicht den Punkt im hingezogenen Konflikt setzen. Der Republikanische Koordinationsrat der öffentlichen Verbände und politischen Parteien der PMR unterstützt in diesem Zusammenhang den Präsidenten der PMR bei der Umsetzung der Entscheidungen des Referendums 2006 zur Unabhängigkeit der PMR und Annäherung mit Russland. Wir bestehen auf den weiteren Aufbau der Beziehungen mit der Republik Moldau auf der Grundlage des Vertrags über Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen der PMR und der Republik Moldau, der vom Präsidenten der PMR Igor Smirnow dem Staatschef der Republik Moldau Wladimir Woronin persönlich gegeben wurde. Der Republikanische Koordinationsrat hat darauf hingewiesen, dass die Vorschläge der Republik Moldau auf der Basis des vom moldauischen Parlament im Juli 2005 verabschiedeten Gesetzes über die Grundlagen des Rechtsstatus der Siedlungspunkte des linken Ufers des Dnjestr inakzeptabel sind. Alle Entscheidungen müssen dem Willen des pridnestrowischen Volkes entsprechen.

 

***2***

Die Verteidiger Pridnestrowiens, die die Republik während der bewaffneten Aggression Moldaus 1992 verteidigt haben, feierten an diesem Dienstag den 17. Jahrestag seit dem Moment der Bildung der Volksarmee. Am 17. März 1992 unterzeichnete der Präsident der PMR den Erlass, der den Status dieser Einheit bestimmt hat. So wurden die Vorschriften über die freiwilligen Einheiten juristisch verankert, die seit den ersten Kriegstagen im Weg der Chisinauer Angreifer standen. Auf der hauptstädtischen Gedenkstätte haben die Kämpfer der Volksarmee der PMR, die Verwandten der gefallenen Soldaten und die Vertreter der Tiraspoler Staatsadministration das Gedenken der gefallenen Verteidiger der Republik begangen. Die Blumenniederlegung erfolgte in Schweigstille. Obwohl die Kriegsteilnehmer im Gespräch mit den Journalisten ziemlich wortkarg waren. Leider konnten die Jahre, die nach dem Krieg vergangen sind, alle Wunden nicht heilen und schmerzhaften Erinnerungen eliminieren. Das, was 1992 passiert ist, soll sich unter keinen Umständen wiederholen, sagte die Teilnehmerin der Kriegshandlungen, die Sanitätsinstrukteurin des Motorisierten Bataillons der Volksarmee Elena Stanewitsch. Vor 17 Jahren war diese Frau mit ihrem Mann im Mittelpunkt der blutigen Ereignisse. Sie war die Ingenieurin in der Kirow-Fabrik. Elena Stanewitsch ist überzeugt, dass Frauen nicht beiseite sein sollten, wenn das ganze Volk unter einer Gefahr ist. 1992 begegneten die Pridnestrowier gemeinsam der Katastrophe, die unter der Maske der Wiederherstellung der Verfassungsordnung und der territorialen Integrität erschien. Zerschossene und vermisste Einwohner der PMR, unschuldig schikanierte Frauen und Kinder sind die Erscheinungsformen der Methoden, mit denen die Anhänger des Präsidenten Snegur die Ordnung an den Dnjestr-Ufern wiederherstellten. Jetzt wird den Pridnestrowiern und Pridnestrowierinnen vorgeschlagen das zu vergessen. Vergeben? Aber wem? Keiner hat um Vergebung gebeten. Ich bin sicher, sagte Elena Stanewitsch, dass wenn unsere Kinder wieder einmal bedroht werden , so finden sich in Pridnestrowien die Verteidiger, die die Waffen nicht nach dem Befehl nehmen werden. Aber die Politiker sollten alles dafür tun, um die gereiften Probleme nur durch friedliche Mittel zu lösen. Der Unteroberst in Reserve Wladimir Djatschkin merkte an, die Pridnestrowier kämpften 1992 deswegen, damit die Hölle, die die Soldaten der Volksarmee erlebt haben, von der jüngeren Generation nie durchgemacht würde.

 

***3***

Die nationalistische Euphorie, von der Moldau 1989 betroffen wurde, löste bei der Pridnestrowierinnen und Pridnestrowiern einen natürlichen entschlossenen Protest aus. Auf der politische Ebene war die Schaffung der PMR am 2. September 1990 eine angemessene Reaktion. Da die freie Willensäusserung des pridnestrowischen Volkes die Nationalisten von den grundlosen Versuchen nicht überzeugen konnte, die Region nach Rumänien zu bringen, erwies sich die junge Republik unter einer direkten Drohung der bewaffneten Aggression durch die ehemalige Metropole. Leider haben sich die schlimmsten Befürchtungen der Einwohner des linken Ufers des Dnjestr bewahrheitet. Lokale Attacken der Chisinauer Kämpfer arteten in eine blutige  Kriegsoperation zur Erwürgung der PMR aus. Diese Operation hat am 2. März 1990 begonnen, als die bewaffneten Gruppen der Republik Moldau eines der Regimente der 14. Russischen Armee angegriffen haben, das im Dorf Kotschiery stationiert war. Bald erschienen die Truppen der Nationalarmee und Polizisten Moldaus auch in anderen Richtungen. Es begann die Eskalation der Kampfhandlungen in den Städten Dubossary und Bendery. Seit ersten Tagen der bewaffneten Aggression der Republik Moldau verteidigten verschiedene Militäreinheiten die junge Republik, unter anderen die Republikanische Garde, die Kosaken, die territorialen Rettungsabteilungen. Danach wurde eine Volksarmee geschaffen. Dies Volksarmee war eine grosse Unterstützung für die regulären Truppen und bestand aus Freiwilligen, die in der Vergangenheit Soldaten waren. Die Besonderheit der Handlungen der Soldaten der Volksarmee Pridnestrowiens bestand darin, dass die Freiwilligen bereit waren, ihren Boden und ihre Lebensweise zu verteidigen, nachdem es in Chisinau die ersten nationalistischen Noten gab. Deswegen waren beliebige Angriffe der prorumänischen Besatzer zum linken Ufer noch vor dem Beginn der grossen Kriegshandlungen einem Untergang geweiht. Als der Krieg ausbrach, begannen die Pridnestrowier ihre Heimat zu verteidigen, ohne einen Befehl von oben zu erwarten. Faktisch waren sie ohne Waffen, aber trotzdem waren ein grosses Hindernis im Weg der Kriegsmaschinerie Chisinaus. Bemerkenswert ist es, dass dieser Schritt nicht nur eine Militärbedeutung hat, sondern auch einen entschlossenen Schlag gegen die Grundlagen der Propaganda der Nationalisten versetzte, die immer wieder der ganzen Welt sagten, dass die Kosaken und Gardisten der Smirnowbande nicht das Volk vertreten. Wahrscheinlich aus diesem Grund versetzten die Aggressoren den Hauptschlag gegen die Zivilisten. Unschuldige Bürgerinnen und Bürger wurden schikaniert und erschossen. Die Logik war die folgende: es gibt kein Volk, es gibt also kein Verbrechen. Die Teilnahme der Volksarmee am Krieg 1992 hat diesen Mythos begraben und verlieh dem Schutz der Republik einen allgemeinen Charakter. Auf diese Weise wurde die militärpolitische Lage in Pridnestrowien wesentlich verändert. Am 17. März 1992 unterzeichnete der Präsident der PMR Igor Smirnow den Erlass, der den Status der Volksarmee bestimmte. Die Einheit wurde für provisorisch befunden und diente zum Schutz der Unabhängigkeit der Republik sowie der Rechte und Freiheiten ihrer Bürger. Die Teilnahme an der Volksarmee war ausschliesslich freiwillig. Der Armee beitreten konnten die Pridnestrowier im Alter von 16 bis 60. Die Ersten in der Volksarmee waren die Arbeiterabteilungen, die über 20.000 Menschen zählten. Innerhalb einer kurzen Zeit hat der Stab der Volksarmee sechs Bataillons in Tiraspol, vier Bataillons in der Stadt Bendery, zwei Bataillons in der Stadt Rybnitsa, und je ein Bataillon in den Siedlungspunkten Dubossary, Kamenka und Parkany geschaffen. Da der Schutz der Republik einen allgemeinen Charakter hatte, gab es unter ihren Verteidigern viele Nationalitäten. Alle Menschen zeigten sich bereit, den Frieden an den Ufern des Dnjestr mit Waffen in den Händen zu schützen. Am 10. Juli 1992 verabschiedete die Regierung der PMR die ständigen Vorschriften über die Volksarmee, die als eine Reserve in den Streitkräften der PMR bestimmt wurde. Die Volksarmee sollte also die wichtigsten Objekte der Volkswirtschaft und Kommunikationen bewachen. Während der Kämpfe mit den Streitkräften Moldaus sind 237 Soldaten der Volksarmee  ums Leben gekommen, 310 Menschen wurden verletzt, 12 sind vermisst. Der Staat schätzte den Mut der Verteidiger hoch. Über 10.000 Soldaten der Volksarmee  wurden mit Regierungsmedaillen ausgezeichnet, 45 Personen erhielten den Orden für den persönlichen Mut. Derzeit ist die Volksarmee der Republik eine Abteilung des Verteidigungsministerium der PMR. Jeder Bürger kann der Volksarmee beitreten, wenn er älter als 31 Jahre alt ist und im Militärregistrierungssamt nicht mehr registriert ist. Die Soldaten der Volksarmee, unter denen es viele Kriegsveteranen gibt, betreiben aktive öffentliche Aktivitäten. Sie nehmen jedes Jahr an der Vorbereitung des Festivals unter dem nahmen „Junger Patriot“ teil und führen verschiedene Sportwettbewerbe mit militärischer Ausrichtung durch. Sie treffen mit der Jugend zusammen und erklären, warum es notwendig ist, die Heimat zu verteidigen. Heute hat sich viel in der Gesellschaft geändert, sagte der amtierende Kommandeur der Volksarmee der PMR, Oberst Witalij Kraselnik. Nicht alle verstehen, dass die pridnestrowische Staatlichkeit immer noch bedroht wird. Es wird keinen anderen Boden geben, wo wir unsere legalen Rechte verfechten können. Wenn es sich um den Schutz der Interessen des multinationalen Volkes der PMR handelt, so soll keiner hier Zweifel haben.

Hier spricht Radio PMR: Nachrichten aus Transnistrien

Posted in Allgemein, Transnistrien Buch von admin am 11. Mrz. 2009
 
Ein Propagandabuch vom Kollektiv Fischka - Erschienen im Verlag für Bildschöne Bücher, Oktober 2007, Hardcover, 240 Seiten, 150 Abb., Deutsch, Englisch, Russisch.
Von Kramar, Marcell Nimführ, Andrey Smolensky.
Transnistrien gehört zur Republik Moldau (sagen die Moldauer), Transnistrien ist unabhängig (sagen die Transnistrier), Transnistrien darf es nicht geben (sagt die westliche Welt). Seit sechs Jahren erkunden die Autoren Kramar und Marcell Nimführ das Land links des Flusses Dnjestr. Auf ihren Reisen haben sie Land und Leute kennengelernt, Reportagen und Porträts aufgezeichnet.

Durch das Buch blättern!

Erhältlich bei Kollektiv Fischka, ba/ca kunstforum, essl museum - kunst der gegenwart, www.amazon.de.
Hier spricht Radio PMR. Nachrichten aus Transnistrien - Pridnestrowien - Kollektiv Fischka - Marcell Nimführ - Kramar - Andrey Smolensky

Grenzerfahrungen bei Plotki

Posted in Allgemein von admin am 10. Mrz. 2009

Plotki - Rumours from around the bloc - Nothing quiet on the eastern frontVon mehrförmigen transnistrischen Grenzüberschreitungen erzählt Kollektiv Fischka-Autor Marcell Nimführ bei “Nothing quite on the Eastern front” in der März-Ausgabe von Plotki. Seit 2000 verfolgt Plotki als Print- und Onlinemagazin die Mission, den ehemaligen Ost-/Westblock auszutauschen und von den kulturellen und gesellschaftlichen “Rumours from around the bloc” aus Zentral- und Osteuropa zu berichten.